Wahrscheinlich älter als Hildesheimer Dom

Forscher: Reste der ältesten Kirche Niedersachsens in Nörten-Hardenberg

+
Stefan Amt

Nörten-Hardenberg. Archäologen und Denkmalforscher vermuten unter dem Nörtener Stiftsplatz Reste einer der ältesten, wenn nicht sogar der ältesten Kirche Norddeutschlands.

Möglicherweise sind sie sogar mehr als 130 Jahre älter als der zum Weltkulturerbe gehörende Hildesheimer Dom, dessen 1200-jähriges Bestehen in zwei Jahren gefeiert wird. „Das birgt eine überregionale Bedeutung“, sagt der Denkmalspfleger und Konservator des Bistums Hildesheim, Dr. Stefan Amt.

Aufschluss darüber sollen Grabungen bringen, die möglichst bald beginnen werden. Die Umgestaltung des Stiftsplatzes im Rahmen der Ortskernsanierung wird deshalb auf das nächste Jahr verschoben. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung des Ortsrats Nörten-Hardenberg und des Sanierungsbeirates, bei der der Konservator die Gremien und die sichtlich interessierte Bevölkerung informierte.

In der nächsten Woche wird Dr. Stefan Amt mit der Göttinger Mittelalterarchäologie sprechen, um sie für die Sondierungsgrabungen zu gewinnen. Nach seinen bisherigen Recherchen in schriftlich verfügbaren Quellen, kam es zur Gründung der Pfarrkirche St. Martin zwischen 741 und 768 nach Christus. Damit wäre die Kirche, deren Reste sich mutmaßlich unter dem Nörtener Stiftsplatz befinden, erheblich älter als der Hildesheimer Dom, der auf das Jahr 815 datiert wird.

Amt stützt seine Einschätzung auch darauf, dass in den Quellen die Gründung des Stifts auf das Jahr 1055 datiert wird - in einer vorhanden Kirche. Demnach habe es bereits damals ein Gotteshause gegeben, ist der Konservator überzeugt. Sie hat mutmaßlich südlich des jetzigen Standorts der Kirche St. Martin gelegen, die 1895 geweiht wurde. (zhp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.