Finanzielle Probleme wegen der Corona-Pandemie

Gemeinderat Nörten-Hardenberg gewährt Hallenbad-Genossenschaft 50.000 Euro Extra-Zuschuss

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Hoffen auf eine baldige Wiedereröffnung des Hallenbads: (von links) Doris Payonk, Jürgen Werner, Natalia Krämer, Angelika Ring, Marco Weinrich und Harald Meyer.

Nörten-Hardenberg – Der Rat des Fleckens Nörten-Hardenberg will der Hallenbad-Genossenschaft über die schwierige Corona-Zeit hinweg helfen. Die Kommune gleicht den diesjährigen Fehlbetrag aus. Dafür hat der Rat 50 000 Euro zusätzlich bereitgestellt.

„In den vergangenen Jahren hat die Genossenschaft die 105 000 Euro, die wir jährlich für die Unterstützung des Badbetriebs vorgesehen haben, nie voll ausgeschöpft“, erklärte Bürgermeisterin Susanne Glombitza (parteilos) während der Ratssitzung. Das wird in diesem Jahr anders. Seit dem Lockdown am 16. März ist das Bad geschlossen. Damit sind die Einnahmen weggebrochen, aber die Kosten laufen weiter.

„Die Bürger haben hart für den Erhalt des Hallenbads gekämpft“, sagte Ratsfrau Sabine Opolka (CDU), die auch Ortsbürgermeisterin von Nörten-Hardenberg ist. Vor 15 Jahren sei die Genossenschaft gegründet worden. 25 Ehrenamtliche packten regelmäßig mit an. Das Bad mache den Ort – auch für Neubürger – attraktiv. Das sahen die anderen Ratsmitglieder ebenso. Sie fassten ihren Beschluss einstimmig. „Unser Bad hat bis März gebrummt“, berichtet Jürgen Werner, der stellvertretende Vorsitzende der Genossenschaft, der HNA. Während der Öffnungszeiten – unter der Woche von 6 bis 22 Uhr – sei das Bad „rappelvoll“ gewesen. Acht Schulen nutzten die Einrichtung. Viele Kinder lernten dort schwimmen. Therapiegruppen schätzten das 30 Grad Celsius warme Wasser. Das zweite Becken biete sogar eine Temperatur von 36 Grad Celsius.

„Durch immer neue Angebote, der Renner ist Aquacycling, konnten wir die Besucherzahlen in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent auf 58 800 Menschen in 2019 steigern“, freut sich der Vorstand. So hätten sie den jährlichen Subventionsbedarf pro Besucher auf 1,27 Euro gedrückt. Im Landesdurchschnitt unterstützten Kommunen den Badebetrieb mit 8,50 Euro pro Besucher.

„Mit der Schließung brechen uns monatliche Einnahmen von 27 500 Euro weg“, berichtet Werner. 10 000 Euro im Monat könnten sie einsparen. Sie müssten das Wasser nun nicht mehr heizen. Die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter machten Kurzarbeit. Finanzhilfen hätten sie beantragt. Bei einer Spendenaktion seien fast 9000 Euro zusammengekommen.

„Eigentlich wollten wir das Bad schon wiedereröffnen“, so der Vorstand. Davon hätten sie aber nach den Corona-Ausbrüchen in Göttingen wieder Abstand genommen. Nicht wenige Badnutzer kämen aus der Unistadt.

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