Gemeinsames Projekt der Gemeinden  Nörten-Hardenberg und Bovenden

Gewerbegebiet Area 3 Ost: Baubeginn im nächsten Jahr

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Ihr Protest nutzte nichts: Vor der Sporthalle der Johann-Wolf-Schule, in de r die Sitzung stattfand, hatten sich Gegner des Gewerbegebiets postiert. 

Nörten-Hardenberg – Die Proteste von zwei Handvoll Bürgern vor der Sitzung des Gemeinderates Nörten-Hardenberg nutzten nichts: Der Rat schickte das neue, umstrittene interkommunale Gewerbegebiet Area 3 Ost genannt, mit großer Mehrheit auf den weiteren Weg durch die Instanzen.

Ziel: Ausschreibung der erforderlichen Infrastruktur noch in diesem Jahr, Baubeginn soll nach Möglichkeit im nächsten Jahr sein.

Gegen die weitere Entwicklung des Gebiets stimmten in der von Corona-Regeln geprägten, nur 39 Minuten andauernden öffentlichen Sitzung in der Sporthalle der Johann-Wolf-Schule nur drei Mitglieder des Rates, einer enthielt sich seiner Stimme.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Susanne Glombitza noch einmal für das Gewerbegebiet geworben und den Zeitplan dargestellt. Danach soll der Zweckverband, der das Gewerbegebiet im Namen der beiden Flecken Bovenden und Nörten entwickelt, den Bebauungsplan, in seiner Sitzung am Donnerstag, 28. Mai, absegnen. Unterdessen geht der neue, geänderte Flächennutzungsplan zur Prüfung an den Landkreis Northeim.

Das Tempo, das Nörten anschlägt, ist bedingt durch das Ende der Förderperiode Ende 2020. „Wir wollen die Bezuschussung von 60 Prozent der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen beantragen“, sagte die Bürgermeisterin. Bei den Fördergeldern geht es um einen Betrag von rund 5,4 Millionen Euro, den sich die beiden Kommunen sichern wollen. Insgesamt wollen sie rund zwölf Millionen Euro in das 16,5 Hektar große Gebiet stecken.

Nörten und Bovenden erhoffen sich mit der Ausweisung des Gewerbegebiets die ortsnahe Ansiedlung von Firmen mit qualifizierten Arbeitsplätzen. Ein Projektentwickler, der in der Sitzung am 28. Mai beauftragt werden soll, soll sich dann um die Entwicklung und Vermarktung der Flächen kümmern. Nach den Worten der Bürgermeisterin gibt es bereits einige Interessenten für eine Ansiedlung mit Absichtserklärungen, so genannten Letters of Intent. Namen möchte sie zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht nennen.

Die Bürgerinitiative gegen das Gewerbegebiet, die nach eigenen Angaben rund 800 bis 900 Menschen vertritt, von denen nach Darstellung der Bürgermeisterin aber nur rund 180 aus der Gemeinde stammen würden, hatte vor der Sitzung ein Einfrieren des bisherigen Planungszustandes gefordert. Damit wollten sie ermöglichen, auch angesichts der Coronazeiten, „breiter, transparenter und ergebnisoffener über die wirtschaftlichen Chancen und die Risiken für Natur, Umwelt und Menschen zu diskutieren“.

Die Initiative befürchtet unter anderem negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt, das Landschaftsbild, den Erholungswert für die Bürger sowie den Verlust von fruchtbarem Ackerland. Außerdem haben sie Bedenken wegen einer wachsenden Verkehrsbelastung. Unterstützt werden die Proteste nach eigenen Angaben unter anderen vom Nabu, dem BUND und dem Landvolk Northeim-Osterode.  zhp

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