SPD und CDU müssen je einen Sitz abgeben

Gemeinderat Nörten-Hardenberg: Grüne und FBL legen am meisten zu

Grafik Gemeinderat Nörten-Hardenberg Kommunalwahl 2021
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So setzt sich der neue Gemeinderat in Nörten-Hardenberg zusammen.

SPD und CDU haben bei der Gemeinderatswahl in Nörten-Hardenberg jeweils einen Sitz an die Grünen verloren, die künftig mit drei statt einem Abgeordneten im Rat vertreten sind. Damit sind die Grünen in Nörten die Wahlsieger, haben sie doch ihr Wahlergebnis im Vergleich zu 2016 nahezu verdoppelt.

Nörten-Hardenberg - Ansonsten bleibt die SPD die stärkste Kraft im Rat, gefolgt von CDU, FBL und Grünen. Wir haben mit den Partei-Vorsitzenden über den Ausgang der Wahl in Nörten-Hardenberg gesprochen.

SPD

Die Nörten-Hardenberger SPD-Vorsitzende Gudrun Borchers ist froh, dass die SPD weiter stärkste Kraft im Gemeinderat ist, findet es aber schade, dass ihre Fraktion einen Sitz an die Grünen verloren hat: „Dass die Grünen dazugewinnen, war aber erwartbar“, so Borchers. Die Grünen hätten ja allgemein in Bund und Land ein gutes Stimmungsbild, so Borchers, „obwohl der Hype um Annalena Baerbock sich ja inzwischen reduziert hat.“

Ob es im Nörtener Gemeinderat auch zukünftig, wie bisher, eine Gruppenzusammenarbeit mit den Grünen geben werde, sei nach ihren Wort aktuell schwer abzuschätzen. „Zum jetzigen Zeitpunkt stelle ich mir das sehr schwierig vor, da die Grünen offenbar hauptsächlich das Thema Gewerbegebiet Area 3-Ost haben. Doch das ist für eine gemeinsame Ratsarbeit für das gesamte Gemeindegebiet einfach zu wenig.“

Auch mit der CDU-Fraktion wolle man natürlich Gespräche führen, außerdem mit der FBL. „Wir sprechen grundsätzlich erst mal mit allen Fraktionen und werden sicher eine gute Form der Zusammenarbeit im Gemeinderat finden“, so Borchers. Sie könne sich aber auch vorstellen, dass es gar keine Gruppenbildung mehr im Rat geben wird.

CDU

Auch für CDU-Chef Werner Thiele ist der Verlust eines Sitzes im Rat an die Grünen keine Überraschung, sagte er am Montag. „Es war zu erwarten, dass die Grünen künftig mit mehr als einem Sitz im Gemeinderat vertreten sein werden.“

Thiele persönlich hatte allerdings damit gerechnet, dass die CDU-Fraktion ihre Fraktionsstärke im Rat behalten würde. „Aber der Wähler hat so entschieden, und wir müssen jetzt weiter gut für die Bürger und Bürgerinnen in der Gemeinde arbeiten.“

Gespräche über mögliche Gruppenbildungen im Rat hätten noch ein paar Tage Zeit: „Alle müssen erst mal das Wahlergebnis sacken lassen“, so Thiele.

Allerdings ließ er durchblicken, dass eine Gruppenbildung mit den Grünen im Rat quasi ausgeschlossen sei: Die Äußerungen der Nörten-Hardenberger Grünen über Bürgermeisterin Susanne Glombitza im Zusammenhang mit Area 3-Ost (HNA berichtete) seien nach seinen Worten weit unter der Gürtellinie gewesen. Thiele: „Und das nicht nur für die Bürgermeisterin, sondern für alle, die mit der Weiterentwicklung des Gewerbegebiets befasst sind.“

FBL

Zufrieden mit dem Wahlausgang zeigte sich Hartmut Ehmen (Freie Bürger-Liste/FBL). „Wir hatten ehrlich sogar auf einen fünften Sitz im Gemeinderat gehofft, sind mit den jetzt vier Sitzen aber auch voll und ganz zufrieden“, so Ehmen. Und: „Wir hatten sogar spekuliert, ob die SPD als Mehrheitsfraktion im Rat gestürzt werden könnte.“

Die FBL hat künftig vier Mandate im Gemeinderat, einen mehr als nach der Wahl 2016. Nachdem sich Manfred Schoen, der aus der AfD ausgetreten war, sich der FBL angeschlossen hatte, verfügte sie allerdings schon in der zu Ende gehenden Wahlperiode über vier Sitze (HNA berichtete). Schoen war nicht wieder zur Wahl angetreten.

Grundsätzlich bezeichnet Ehmen die Zusammenarbeit im Nörten-Hardenberger Rat zu 95 Prozent als gut. „Wir müssen in erster Linie die Zukunft der Gemeinde im Blick haben. Das ist unser Wählerauftrag.“

Grüne

Riesige Freude herrschte am Montag bei den Grünen: „Von 1 auf 3 Sitze ist ein toller Erfolg“, sagte Dr. Jörg Ferber, Sprecher der Nörtener Grünen. Den Wahlerfolg sieht er in erster Linie gespeist aus dem großen Widerstand in der Gemeinde gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets Area 3-Ost.

„Viele Bürger sind eben nicht damit einverstanden, dass dort eine riesige Fläche mitten in der Landschaft versiegelt werden soll“, so Ferber. Er und seine beiden Mitstreiter sind zwar allesamt kommunalpolitische Neulinge, wissen laut Ferber aber alle, was sie wollen: aktiv mitarbeiten. „Seit Monaten haben wir nur darüber gesprochen, jetzt sind wir froh, dass wir loslegen können“, sagte er.

Über eine erneute Gruppenbildung mit der SPD im Rat sei noch nicht konkret gesprochen worden. „Die SPD ist in Sachen Area 3-Ost ja sehr unterschiedlicher Meinung. Mit denen, die auf unserer Seite sind, werden wir auf jeden Fall zusammenarbeiten. In welcher Form, wird sich zeigen.“

Das sind die Mitglieder des neuen Gemeindrats: SPD: (9 Sitze) wurden gewählt: Gudrun Borchers (776 Stimmen), Sam Ledderhose (376), Jörg Ausmeier (314), Christian Krug (284), Dietmar Günther (268), Dr. Julian Haller (243), Hans-Jürgen Kopka (237), Dr. Sarah Kimmina (194), Ralph Windwehe (229). CDU: (6 Sitze): Werner Thiele (805), Carl Graf von Hardenberg (303), Lars-Kristian Kovdal (232), Frank Nieland (196), Anneli Rodemann-Sommer (193) und Janina Ludewig. Grüne. (3 Sitze) Katja Eildermann (186), Dr. Jörg Ferber (153) und Jörn-Karsten Hammen (125). FBL: (4 Sitze: Hartmut Ehmen (272), Sabine Opolka (232), Michael Horst (177) und Marko Grube (168).

Außerdem ist Verwaltungschefin Susanne Glombitza (parteilos) durch ihr Bürgermeisteramt im Gemeinderat stimmberechtigt.

(kat)

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