Tafeln mit QR-Codes erzählen die Geschichte

Mit dem Handy in alte Häuser in Nörten-Hardenberg schauen

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Das Kanonikerhaus am Nörtener Stiftsplatz: Hans-Hermann Hüter und Wolfgang Hinz (von links) sorgen für die geschichtliche Daten und die Technik, Dachdeckermeister Oliver Betzmer befestigt die Schilder an den Häusern. 

Nörten-Hardenberg. Zehn Schilder mit QR-Code am Stiftsplatz weisen auf geschichtsträchtige Gebäude hin und erzählen deren Geschichte.

Nörten-Hardenberg. Geschichte muss nicht nur in alten und verstaubten Büchern stattfinden. Wie sie lebendig und aktuell dargestellt werden kann, zeigen gerade Hans-Hermann Hüter und Wolfgang Hinz an alten Häusern rund um den Stiftsplatz in Nörten-Hardenberg.

Die werden aktuell mit Tafeln versehen, die auf die einstige Bedeutung hinweisen. Da ist zum Beispiel das Kanonikerhaus am Stiftsplatz 1. In dem wohnte früher der bekannte Heimatforscher Johann Wolf, der Namensgeber der örtlichen Grundschule. Mehr als seinen Geburts- und Sterbetag erfahren Besucher auf den ersten Blick allerdings nicht.

Viele Informationen

Doch jetzt kommt’s: Die Tafel enthält nämlich noch einen QR-Code. Wer sein Handy darauf ausrichtet, kann so ziemlich alle geschichtlichen Daten über dieses Haus nachlesen. Und auch das ist noch nicht alles. Per Handy ist sogar ein Blick in das Innere des Hauses möglich.

Da hat das Haus am Stiftsplatz 1, das während der NS-Zeit als Polizeistation diente und heute von Alexander Tyka und Carola Reuter-Liehr bewohnt wird, einiges zu bieten. Fotos zeigen einen herrlichen Gewölberaum mit einem großen Tisch. Das Haus verfügt sogar über einen Brunnen, der mit einer Glasscheibe abgedeckt und beleuchtet ist.

Einblick: Das ist der historische Gewölberaum im Kanonikerhaus am Stiftsplatz 1 Nörten.

Der Name Kanonikerhaus rührt von der Bezeichnung Johann Wolfs, der sich in seinem langen Leben (1743 bis 1826) einen Namen als Geschichtsforscher Südniedersachsens und des Eichsfeldes gemacht hat. Er hat 23 Bände mit intensiv recherchierten 2488 Urkunden herausgegeben.

Darunter beleuchtet er die Geschichte des Petersstifts in Nörten-Hardenberg, in dem er als Kanonikus lebte und arbeitete. Die Kanoniker wirkten wie Priester, hatten jedoch kein Gelübde abgelegt. Im Alter von 76 Jahren recherchierte der weitgereiste Mann noch die Geschichte der Fürsten von Hardenberg.

In unmittelbarer Nähe des Kanonikerhauses werden zehn Tafeln, die der Nörtener Ortsrat empfohlen hatte, an weiteren geschichtsträchtigen Gebäuden montiert. Am Stiftsplatz 3 waren früher die Vincentinerinnen zu Hause, die ein Altersheim und einen Kindergarten betrieben haben.

Mädchenschule

Am Stiftsplatz 4 und 5 gab es die Mädchenschule und die Knabenschule, auf denen oben drauf die Lehrer wohnten. Die hatten zur Auflage, die kirchliche Orgel zu spielen und Küsterdienste zu versehen. Auch solche Informationen können per Handy abgerufen werden. Noch ist allerdings nicht alles fertig.

„Auf jedem Fall betreten wir mit diesem System Neuland in unserer Region“, freuen sich Hüter und Hinz.

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