Bürgermeisterin findet Pläne vorbildlich

Interkommunales Gewerbegebiet Area 3 Ost bei Nörten: Grüne wollen sofortigen Planungsstopp

Auf den landwirtschaftlichen Flächen im Vordergrund soll das etwa 17 Hektar große interkommunale Gewerbegebiet Area 3-Ost entstehen. Links ist der Bovender Kreisel zu sehen, rechts am Bildrand Angerstein. Foto: Hubert Jelinek

Das geplante Interkommunale Gewerbegebiet Area 3 Ost der beiden Fleckengemeinden Nörten-Hardenberg und Bovenden erhitzt weiter die Gemüter

„Ich persönlich sehe das neue Gewerbegebiet Area 3 Ost als absolut vorbildlich an“. Susanne Glombitza, Bürgermeisterin der Gemeinde Nörten-Hardenberg, ist davon überzeugt, dass mit der Erschließung des Areals gemeinsam mit der benachbarten Fleckengemeinde Bovenden „etwas sehr Gutes“ für beide Gemeinden entsteht.

Auf der anderen Seite protestiert ein Aktionsbündnis schon seit Planungsbeginn gegen das Gewebegebiet, auch der Ortsrat Angerstein hat sein Veto eingelegt. Das Aktionsbündnis vertritt unter anderem den Standpunkt, dass durch die Erschließung des Areals und die Versiegelung der Flächen inakzeptable Auswirkungen auf die Natur, den Erholungswert und die Landwirtschaft entstehen würden.

Für den Angersteiner Ortsrat, der sich gegen das Gewerbegebiet ausgesprochen hatte, steht vor allem die weitere Belastung durch den Verkehr im Vordergrund. Schon jetzt würden monatlich über 150 000 Fahrzeuge über die alte Bundesstraße 3 durch Angerstein fahren, wie eine Messung im vorigen Jahr ergeben habe. Durch das neue Gewerbegebiet rechnet Angerstein vor allem mit noch mehr Schwerlastverkehr. Auch fühlt sich der Ortsrat vom Gemeinderat übergangen, weil die Ablehnung der Angersteiner vom Rat des Fleckens ignoriertworden sei.

Gerade erst haben sich auch die Bovender Grünen noch einmal mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet und gefordert, die Planungen sofort zu stoppen. Sie sprechen sich gegen eine weitere Flächenversiegelung aus und fordern, „den Fokus in diesen schwierigen Zeiten eher in die Unterstützung der bereits ansässigen Unternehmen und Gewerbetreibenden“ zu richten.

Auch sei nach Auffassung der Grünen fraglich, ob es tatsächlich eine hohe Nachfrage nach Gewerbegrund gebe, wie von den Gemeinden Nörten und Bovenden immer wieder betont werde. „Die Nachfrage besteht nach unseren Erkenntnissen aus einem einzigen Göttinger Unternehmen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Außerdem gebe es im gerade erst erschlossenen Gewerbegebiet Leinetal in Nörten-Hardenberg noch Möglichkeiten zur Ansiedlung von Gewerbe.

Natürlich habe man im Nörtener Rathaus und auch in der Gemeindepolitik ein offenes Ohr für die Gegner des neuen Gewerbegebiets, betont Glombitza. Darum habe man auch gleich zweimal den Entwurf für den neuen Bebauungsplan ausgelegt. Nach der ersten Auslegung habe es zahlreiche Einwendungen gegeben, „die wir alle sehr ernst genommen haben“, so Glombitza. Daraufhin sei der Planentwurf nachgebessert und später erneut ausgelegt worden. Und auch dann habe es wieder viele Einwendungen gegeben.

„Wir sind uns natürlich bewusst, dass ein neues Gewerbegebiet auch ein Eingriff in die Natur ist. Aber wir haben auch sehr viele Kompensationsmaßnahmen festgelegt“, sagt die Bürgermeisterin. So würde rund um das geplante Gewerbegebiet ein zehn Meter breiter Grünstreifen angelegt. Die entstehenden Gebäude müssten Grasdächer und Photovoltaikanlagen haben, auch die Fassaden müssten begrünt werden.

Susanne Glombitza widerspricht der Aussage der Bovendener Grünen, dass weitere Gewerbeflächen kaum gefragt seien. „Bei uns gibt es immer Nachfragen. Ein 10.000 Quadratmeter großes Areal eines Privateigentümers in der Gemeinde ist schon wieder voll“.

Sie betont, dass die Gemeinde selbst keine weiteren Gewerbeflächen mehr zur Verfügung stellen könnte.

Darum sei das neue, interkommunale Gewerbegebiet zwischen Angerstein und Bovenden auch der richtige Weg. „Wir wollen damit auch eine Art Reserve schaffen. Uns ist klar, dass das Areal nicht in zwei Jahren voll belegt ist.“

Sie bleibe dabei, dass Area 3 Ost trotz aller Kritik positive Auswirkungen für beide Gemeinden habe. „Wir erwarten gute Unternehmen, gute Arbeitsplätze und natürlich auch mehr Einnahmen für die Gemeindekassen.“

Zunächst soll der Gemeinderat Bovenden am 8. Mai die Planung per Beschluss auf den Weg bringen, am 19. Mai ist der Gemeinderat Nörten-Hardenberg an der Reihe.

Für den Beschluss zum Flächennutzungsplan ist der Flecken Nörten-Hardenberg zuständig, der eigens gegründete Zweckverband Area 3 Ost aus Vertretern aus Nörten und Bovenden betreibt das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans.

Dieser Beschluss des Zweckverbands soll Ende Mai gefasst werden. Dann muss noch der Landkreis grünes Licht geben.  

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