Nörtener planen gewaltiges Projekt

Nahwärmenetz: Kirche plant Blockheizkraftwerk

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Sie stecken mitten in den Planungen (v.l.): die Energieberater Joachim Ott und Wolfgang Kohlt, Dr. Wolfgang Schillak, Frank Wagner, und die Kirchenvorstandsmitglieder Peter Heppner und Jochen Rauterberg.

Nörten-Hardenberg. Die evangelische Emmaus-Kirchengemeinde in Nörten-Hardenberg plant ein für sie gewaltiges Projekt, das mit einem enormen Kraftaufwand verbunden ist.

Sie will ein Nahwärmenetz bauen lassen, das das Gemeindehaus, das Pfarrhaus, den evangelischen Kindergarten und die Kirche gleichzeitig mit Wärme beziehungsweise Strom versorgt.

Der Ursprung dieses Vorhabens liegt in der defekten Heizungsanlage der Christus-Kirche. Dabei handelt es sich um eine 99 Jahre alte Dampfheizung, „die uns schon Gottesdienste mit Kanonenschlägen beschert hat“, wie es Pastor Dr. Wolfgang Schillak beschreibt. Die Sanierung für 100.000 Euro mache absolut keinen Sinn, hat der Kirchenvorstand festgestellt. Der hat deshalb nach einer ökologisch sinnvollen und zukunftsfähigen Lösung gesucht, die noch dazu Einsparpotenzial besitzt.

Hoher Wirkungsgrad

Die sieht die Gemeinde in dem Einbau eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) im Keller des ziemlich maroden Gemeindehauses, dem nach Aussage von Kirchenvorstandsmitglied Peter Heppner aktuell größten Sorgenkind der kircheneigenen Gebäude. Das Projekt stellte der Vorstand am Donnerstag bei einer Pressekonferenz vor. Das Blockheizkraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 90 Prozent soll das Gemeindehaus, den Kindergarten und das Pfarrhaus, die nur wenige Meter von einander entfernt liegen, künftig mit Wärme versorgen.

Mit dem Nebenprodukt des BHKW, dem Strom, wollen die Nörtener künftig ihr Gotteshaus über eine besonders effiziente Infrarotheizung das ganze Jahr über mit einer gleichbleibenden Temperatur erwärmen. „Das bedeutet vor allem mit Blick auf die baudenkmal-geschützten Einrichtungen wie die Orgel, die unter Temperaturschwankungen sehr leiden, einen enormen Fortschritt“, stellt Architekt Frank Wagner heraus

Der Kirchenvorstand, der sich bereits fachmännische Unterstützung eines Energieberaters geholt hat, steckt laut Schillak aktuell in der Planungsphase, ist aber sehr zuversichtlich, dass es im März dafür das Okay der Landeskirche geben wird.

Zuschüsse erwartet

Die Nörtener haben für ihr Projekt Kosten von 200.000 Euro errechnet. Die müssen sie – im Gegensatz zu der dreijährigen und jetzt abgeschlossenen, 1,3 Millionen Euro teuren Sanierung des Gotteshauses – aus der eigenen Tasche finanzieren.

Weil die Planung mit dem Blockheizkraftwerk innovativ und sehr umweltschonend ist, kann die Emmaus-Gemeinde gleich mehrere Fördertöpfe anzapfen. Diesbezüglich hat sie schon ihre Fühler ausgestreckt. „Im für uns glücklichsten Fall rechnen wir mit Zuwendungen von 175.000 Euro“, sagt Schillak.

Durch das zeitlich aufwendige Vorhaben mussten die Nörtener ihren Landesbischof, der zunächst im vergangenen Advent und dann in diesem Frühjahr zur Wiedereinweihung des Gotteshauses kommen sollte, zum zweiten Mal wieder ausladen. Die Wiedereinweihung ist jetzt auf den zweiten Advent terminiert.

Von Hans-J. Oschmann

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