Nörten-Hardenberger hatte Mann lebensgefährlich verletzt

Gefahr für Allgemeinheit: Messerstecher bleibt in Psychiatrie

Ein Nörten-Hardenberger, der einen Mann mit einem Jagdmesser lebensgefährlich verletzt hat, muss nach einem Urteil des Landgerichts Göttingen dauerhaft in die Psychiatrie.

Der 19-Jährige stelle aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung eine Gefahr für die Allgemeinheit dar, sagte der Vorsitzende Richter Michael Kalde. Die Kammer folgte damit den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, die ebenfalls auf eine Unterbringung plädiert hatten.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der 19-Jährige im Zustand der Schuldunfähigkeit auf den Lebensgefährten der Mutter seiner damaligen Freundin eingestochen. Laut einem psychiatrischen Gutachter leidet er an einer Psychose. Sie habe sich in Wahnvorstellungen und Ängsten manifestiert, sagte der Richter. Der 19-Jährige habe sich verfolgt gefühlt, Stimmen gehört und vermeintliche Botschaften wahrgenommen.

Als er ein lichtbeschienenes Dreieck in der Küche sah, habe er dies als Zeichen gedeutet, dass er den 29-Jährigen abstechen müsse. Der 19-Jährige griff sich das Deko-Messer aus dem Zimmer seiner Freundin und stach mit voller Kraft auf den Partner ihrer Mutter ein. Der 29-Jährige wurde unter anderem am Herzbeutel und an der Milz verletzt.

Das Gericht wertete die Attacke als versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. „Er wollte ihn töten“, sagte der Vorsitzende Richter. Das Opfer habe nur durch eine Notoperation gerettet werden. Ohne schnelle ärztliche Hilfe hätten die schweren Stichverletzungen zum Tod geführt.

Im Prozess ging es auch um die Frage, ob Drogen bei der Tat eine Rolle gespielt haben. Dies verneinte das Gericht. Der 19-Jährige nehme zwar seit seinem 12. Lebensjahr Drogen. Es liege auch eine Cannabis-Abhängigkeit vor. Auslöser der Tat sei jedoch die schwere psychische Erkrankung gewesen.

Rubriklistenbild: © dpa

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