Kämpfe können tödlich enden

Nebenbuhlerin vertrieben: Krieg im Storchen-Horst

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Die Störche sind da: In Wolbrechtshausen handelt es sich um das Paar aus dem Vorjahr. Allerdings musste dazu erst eine andere Störchin vertrieben werden.

Wolbrechtshausen. In Wolbrechtshausen hat die Störchin eine Nebenbuhlerin vertrieben. Solche Kämpfe können sogar tödlich enden, berichtet der Storchenexperte Bernd-Jürgen Schulz.

Das berichtet der als „Storchenvater“ bekannte Bernd-Jürgen Schulz nach eigenen Beobachtungen. Das Weibchen, das jetzt gerade seinen Platz im Horst in Wolbrechts-hausen gefunden hat, kann ein Lied davon singen oder besser gesagt klappern.

Den Platz auf dem Hochsitz in der Nörtener Ortschaft, deren Einwohner großes Interesse an diesem Ereignis zeigen, hat sich die Storchendame schwer erkämpfen müssen, denn das Männchen hatte den Horst Anfang dieser Woche schon mit einer anderen Störchin bezogen.

„Ich gehe davon aus, dass die Störchin mit der Ringnummer DEH-H6397 ihr Winterquartier in Südafrika bezogen hatte. Sie kommt nämlich regelmäßig einige Tage später zurück“, erläutert Schulz die Szenerie. Deshalb kam es in Wolbrechtshausen zum Streit und Kampf zwischen den beiden Storchendamen, den die Spätheimkehrerin letzlich für sich entschieden hat. Jetzt sitzt das etwa acht Jahre alte Tier neben ihrem Partner aus dem Vorjahr.

Der DEH-H6397-Vogel ist für Bernd-Jürgen Schulz ein alter bekannter. Er kennt den sommerlichen Weg der Störchin, die sich seit Jahren in unserer Region aufhält. „Sie wurde schon oft aus einem Horst vertrieben, so in Immensen und Lagershausen. In Wolbrechtshausen hat sie sich jetzt durchgesetzt“, beschreibt er die aktuelle Situation. Laut Schulz ist es durchaus an der Tagesordnung, dass Kämpfe unter Störchen sogar tödlich enden.

Die Wolbrechtshäuser freuen sich sehr, wieder ein Storchenpaar in ihrem Dorf zu haben, nachdem sie einige Jahre, nachdem sie den Horst am Rand einer Wiese aufgestellt hatten, vergeblich gewartet hatten. Im vergangenen Jahr gab es erstmals Nachwuchs. „Darauf hoffen wir jetzt natürlich auch wieder“, sagt Ortsbürgermeister Werner Thiele. Wenn das eintritt, steht er in der Pflicht, denn Thiele hat im vergangenen Jahr für diesen Fall ein Storchen-Fest angekündigt. „Dazu stehe ich natürlich“, sagt Werner Thiele.

Von wegen Meister Adebar, der nette Vogel, der die Babys bringt, wie es in den Erzählungen beschrieben wird. Die großen, schwarz-weiß gefiederten Tiere wirken zwar meist sehr friedlich, doch sie können auch ganz anders. In den Horsten herrscht nämlich manchmal regelrechter Kriegszustand.

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