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In Nörten-Hardenberg gibt es wieder eine Tafel für Bedürftige

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Von: Michael Caspar

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Geben Lebensmittelkisten an der Langen Straße 75/76 in Nörten aus: Monika Weseler und Karsten Kaune. FOTO: MICHAEL CASPAR
Geben Lebensmittelkisten an der Langen Straße in Nörten aus: Monika Weseler und Karsten Kaune. © MICHAEL CASPAR

Die Northeimer Tafel hat wieder eine Ausgabestelle in Nörten-Hardenberg. Bedürftige erhalten an der Langen Straße 75/76 gegen einen geringen Betrag eine Kiste mit Lebensmitteln.

Nörten-Hardenberg - Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Ausgabe – immer donnerstags zwischen 14 und 15 Uhr – bildet sich eine Schlange vor den Räumen des Heimat- und Geschichtsvereins. Bis zu 30 Kunden kommen. Einzelpersonen zahlen 1,50 Euro für fünf, sechs Kilogramm gespendete Lebensmittel. Im regulären Verkauf würden sie 30 Euro kosten. Familienrationen, die entsprechend mehr wert sind, gibt es für drei Euro.

„20 bis 30 Kunden hatten wir auch in den Vorjahren, als wir noch Räume im evangelischen Gemeindehaus an der Burgstraße nutzten“, sagt Karsten Kaune, der Betriebsleiter der Northeimer Tafel. Neu ist, dass es sich bei einem Drittel der Bedürftigen um Geflüchtete aus der Ukraine handelt. Ihnen sind manche Lebensmittel fremd – etwa Rhabarber oder Spargel. Letzteren stellt Andreas Tennstedt vom Heimatverein zur Verfügung. Der Rentner arbeitet an einem Verkaufsstand mit.

„Wir sind dem Verein dankbar, dass er uns seine angemieteten Räume eine Stunde in der Woche kostenlos zur Verfügung stellt“, erklärt Kaune. Sie seien „perfekt für die Arbeit der Tafel geeignet“. Bis zur Jahrtausendwende betrieb das Ehepaar Georg und Irmgard Bolte dort einen Supermarkt.

Der geflieste Boden lässt sich gut sauber zu halten. An der Langen Straße geben nun vier bis sechs Helfer einmal in der Woche Lebensmittel aus.

Seit drei Jahren hilft Monika Weseler ehrenamtlich mit. „Ich habe früher in der Pflege gearbeitet und wollte nach Eintritt in den Ruhestand nicht den ganzen Tag zuhause sitzen“, erzählt sie. Die Dankbarkeit der Kunden sei groß. Nie habe sie Unzufriedenheit erlebt.

Die Rentnerin sprang auch ein, als die Tafel die Räume im Gemeindehaus nicht mehr nutzen konnte. Dort begannen im Frühjahr 2021 umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten. Weseler fuhr in ihrem Van Lebensmittel-Kisten an zehn nicht mobile Bedürftige in Nörten-Hardenberg, Sudershausen und Hardegsen aus.

Nach Abschluss der Bauarbeiten im Herbst vergangenen Jahres kehrte die Tafel nicht zurück ins Gemeindehaus. „Wir können den von der Kirche geforderten Betrag nicht aufbringen“, erklärt Kaune. Umso dankbarer seien sie dem Heimatverein für die Unterstützung.

„Eine kostenfreie Überlassung der Räume ist leider nicht mehr möglich gewesen“, erklärt Pastorin Selma Gieseke-Hübner. Der von der Tafel erbetene Betrag beinhalte „lediglich eine monatliche Pauschale für die Reinigung und die Betriebskosten.“

Die Gemeinde habe alternativ kostengünstigere Räume angeboten und eine Spende zum Jahresende in Aussicht gestellt – „je nach Haushaltslage unserer Diakoniemittel“, so die Theologin. Die Tafel, mit der sie seit 2010 gut kooperiert hätten, leiste „sehr wichtige Arbeit“, betont sie. (zmc)

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