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Neuer Laden im alten Angersteiner Bushäuschen

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Von: Niko Mönkemeyer

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Holger Kurre und Susanne Schwarzbach-Günther mit Ziegen und Hühnern
Holger Kurre und Susanne Schwarzbach-Günther legen viel Wert auf die Haltung ihrer Tiere und setzen auf den großen Freilaufflächen im Hintergrund, auf denen ihre 650 Hühner sich bewegen können, Ziegen als „Wachhunde“ gegen Greifvögel ein. Zum Zeitpunkt der Aufnahme galt aufgrund der Vogelgrippe die Stallpflicht. © Niko Mönkemeyer

Angesichts des aktuellen Agrarmarktes macht man sich auf vielen Bauernhöfen derzeit Gedanken über neue Ideen und neue Konzepte.

Angerstein – Als Holger Kurre 2014 nach seiner Berufsausbildung und dem Abschluss als staatlich geprüfter Agrar-Betriebswirt den elterlichen Hof übernahm, stand er vor der Frage, wie er seinen Betrieb in den für Landwirte nicht gerade leichten Zeiten für die Zukunft richtig aufstellen möchte. Er entschied sich dafür, die bereits bestehende Maschinengemeinschaft für Erntetechnik, an der der Hof seiner Eltern bereits beteiligt war, weiterzuentwickeln.

„Ich war jung und motiviert, und mir war klar, dass sich meine Vorstellungen von einem modernen landwirtschaftlichen Betrieb nur in Zusammenarbeit mit anderen Betrieben, die unterschiedliche Schwerpunkte haben, verwirklichen lassen“, blickt Kurre zurück. „Ich wollte die Pflanzenproduktion und die Betriebsführung so gestalten, dass ein moderner Maschinenpark damit ausgelastet ist.“

2015 gründete Kurre mit der bereits bestehenden Kurre-Pickel GbR und der Plesse-Milch GmbH & Co KG die Plesseland Agrar OHG als Dienstleistungsunternehmen. Diese bewirtschaftet die eingebrachten Flächen. Die Plessemilch GmbH & Co KG ist ein Zusammenschluss mehrerer Milchviehbetriebe mit insgesamt 600 Kühen.

Die Plesseland Agrar OHG übernimmt unter seiner Geschäftsführung auch die Bewirtschaftung weiterer Betriebe. „Insgesamt bewirtschaften wir jetzt 1300 Hektar“, beschreibt Kurre die aktuelle Situation. An der Gesellschaft sind zwei Großbetriebe beteiligt, vier weiteren wird die komplette Bewirtschaftung angeboten. Insgesamt stehen zehn Familien hinter der Gemeinschaft.

Auch für den eigenen Hof hat Kurre ganz viele neue Ideen, und einige davon hat er bereits zusammen mit seiner Lebensgefährtin Susanne Schwarzbach-Günther erfolgreich umgesetzt – zum Beispiel die Direktvermarktung im eigenen Hofladen.

Als das Bushäuschen in Angerstein nicht mehr benötigt wurde, mussten Kurre und seine Lebensgefährtin nicht lange überlegen und holten die Holzkonstruktion, in der sie beide schon als Kinder auf den Schulbus gewartet hatten, auf den heimischen Betrieb und richteten ihren Hofladen ein.

Der wurde zu einem hochmodernen Geschäft mit Kühltruhen und Scanner-Kasse ausgebaut und stellt mit einem großen Angebot an regionalen landwirtschaftlichen Produkten mittlerweile eine große Zahl von Stammkunden zufrieden. Entsprechende schriftliche Kommentare haben viele Besucher an der Zettelwand hinterlassen, die sich in dem mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Laden befindet.

Für den Nachschub an Eiern sind rund 650 Hühner zuständig, die auf dem eigenen Hof gehalten werden – und zwar in Freilandhaltung, denn Kurre und Schwarzbach-Günther liegt eine gute Haltung ihrer Tiere am Herzen.

Holfladen Angerstein von außen
Im ehemaligen Angersteiner Bushäuschen ist ein Hofladen mit einem großen Angebot an Produkten aus regionaler Herstellung untergebracht. © Niko Mönkemeyer

Aus diesem Grund wurde 2017 der Schweinestall umgebaut und um eine Außengalerie erweitert, wo den Tieren frische Luft, Tageslicht und Stroh zur Verfügung stehen.

„Besucher können sich bei uns jederzeit davon überzeugen, dass uns eine gute Haltung der Tiere sehr wichtig ist“, sagt Susanne Schwarzbach-Günther, die als ausgebildete Tierarzthelferin das nötige Hintergrundwissen hat, um kleine Wehwehchen bei ihren tierischen Schützlingen selbst zu behandeln.

Zu denen gehören neben zwölf Ziegen, zwei Hunden, zwei Katzen und zwei Pferden auch zwölf Meerschweinchen, die insbesondere bei Besuchen von Schulklassen oder Kindergartengruppen auf viel Interesse stoßen. Überhaupt sind Gäste auf dem Kurre-Hof in Angerstein gern gesehen, weil es für Kurre und Schwazbach-Günther eine Herzensangelegenheit ist, die Landwirtschaft dem Verbraucher wieder näher zu bringen.

Darüber hinaus sind auf ihrem Hof auch 15 Alpakas zu Hause. Die produzieren nicht nur Wolle für den Hofladen, sondern sollen künftig für Wanderungen mit Besuchern zur Verfügung stehen und außerdem therapeutisch genutzt werden. (Niko Mönkemeyer)

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