Neues Nörtener Baugebiet braucht Hochwasserschutz

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Hochwasserschutz im Bevertal: Oberhalb des Nörten-Hardenberger Burghotels (Bildmitte) sollen Hochwasserrückhaltebecken entstehen.

Nörten-Hardenberg/Bishausen. Die Pläne für eine Überflutungsfläche bei Hochwasser am Beverbach ist in einer gemeinsamen Sitzung der Ortsräte Nörten-Hardenberg und Bishausen vorgestellt worden.

An der Planung der Überflutungsflächen soll die Öffentlichkeit frühzeitig beteiligt werden. So sind - bisher einmalig - die Ortsräte zusammen einberufen worden.

Vor den Toren des Gräflichen Landsitzes ist das Baugebiet „Hofbreite“ mit mehr als 40 Bauplätzen geplant. Erst nach der Veröffentlichung der Pläne wurde offenbar, dass das Gebiet mit neuen Berechnungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) kollidierte.

Schutz vor Jahrhundertwasser

Das bei der Planung des Baugebiets zu Grunde gelegte Überschwemmungsgebiet war vor mehr als 100 Jahren festgelegt worden. Danach hatten sich keine Probleme ergeben. Doch durch eine Verordnung des niedersächsischen Umweltministeriums von 2007 musste der NLWKN diese Daten aktualisieren. Bei einem Jahrhunderthochwasser werde die „Hofbreite“ bis zu drei Vierteln überflutet, hatte der Landesbetrieb neu berechnet.

So gilt es nun, neuen Überflutungsraum zu schaffen, damit die künftigen Bewohner der Hofbreite und ein Teil Nörtens sich nicht mit Sandsäcken gegen volle Keller schützen müssen. Geplant ist der Retentionsraum zwischen Nörten und Bishausen.

Mehr Volumen als nötig

Zur Minderung des Hochwasserrisikos wird mit 5000 Kubikmetern Retentionsvolumen sogar mehr Raum geschaffen als eigentlich nötig: 1300 Kubikmeter beträgt laut Planer Dietrich Simon von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) der Überschuss. So sei das Baugebiet mit dieser Investition von etwa 50.000 Euro nicht gefährdet. Derzeit prüfe der Landkreis Northeim, ob dafür ein Plangenehmigungsverfahren oder das doppelt so zeitaufwendige Planfeststellungsverfahren nötig sei. Letzteres brauche etwa anderthalb Jahre.

Die Kosten für den Hochwasserschutz müsse die Gemeinde tragen, sagte die amtierende Verwaltungschefin Susanne Glombitza.

Kein Schutz für Bishausen

Nach Maßnahmen für den Hochwasserschutz vor ihrer Haustür fragten Bishäuser Bürger, die zur Sitzung nach Nörten-Hardenberg gekommen waren. Bei jedem Unwetter fürchten sie, dass ihre Keller volllaufen werden. Das Becken vor Nörten nütze ihnen nichts. Schon im November hatten die Bishäuser Werner Grade und Klaus Laurisch für besseren Hochwasserschutz in Bishausen Unterschriften gesammelt. Die Anlieger hätten fast alle unterschrieben. Und das Thema sei nicht neu. Schon vor zwei Jahren habe die Gemeinde Überlegungen zum Hochwasserschutz im Dorf betrieben. Mit einem Hinweis auf zu hohe Kosten seien Baumaßnahmen aufgeschoben worden.

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