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Gewerbepark bei Lütgenrode soll weiter bebaut werden – Heftige Kritik von Naturschützern

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Von: Kathrin Plikat

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Gewerbepark Leinetal bei Lütgenrode Schnellimbiss McDonalds Tankstelle
Der BUND spricht sich gegen weitere Ansiedelung im Gewerbepark an der A7 bei Lütgenrode aus. © Michael Caspar/Archiv

Neben einem McDonalds und einer Tankstelle sollen bei Lütgenrode auch Landwirte Produkte anbieten können.

Nörten-Hardenberg – Massive Kritik an den Plänen des Investors, auf dem Gewerbepark-Areal bei Lütgenrode regionale Erzeuger und Landwirte anzusiedeln, die dort ihre Produkte anbieten, hat jetzt Jürgen Biesiegel von der BUND-Kreisgruppe Northeim in einer Stellungnahme geäußert. Beisiegel bezeichnet die Pläne der Firma Amitera als „illusionär“: „Es ist ein Projekt, das schon in der Planungsphase von engagierten Bürgern gemeinsam mit dem BUND kritisiert wurde.“

„Mit weit mehr als 1000 Unterschriften und verschiedenen Aktionen gestaltete sich der Widerstand gegen die Bebauung von 30.000 Quadratmetern wertvollen Ackerbodens. Jetzt wurden die Teilprojekte McDonald und Tankstelle einfach mal größer gebaut als geplant und damit Änderungen bei der Schmutzwasserleitung notwendig“, so Beisiegel.

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Zusätzlich solle nun, scheinbar als Alibi für Fastfood und Tankstelle, ein „attraktives, modernes Fachwerkgebäude“ entstehen, bestückt mit regionalen Produkten und Streichelzoo. „Damit wird dem Reisenden dann eine schöne heile Welt vorgegaukelt. Ob Hardenberger Schnaps, Lütgenroder Saft oder Einbecker Senf und Bier eine solche Kulisse brauchen, kann man bezweifeln.“ Schließlich seien diese Produkte in fast jedem Supermarkt zu finden und könnten auch an der Tankstelle erworben werden.

Die Frequentierung einer Gastronomie mit regionalen Produkten und sicherlich eher hochpreisigen Menüs dürfte bei der Konkurrenz von zwei Systemrestaurants in Sichtweise eher bescheiden ausfallen und für Durchreisende kaum ein attraktives Angebot darstellen, so Beisiegel weiter.

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Als „Bonbon“ könnten dann Landwirte eine logistisch schwierige und arbeitsintensive Frischetheke für entsprechendes Honorar bestücken und ihren Tieren einen teuren Urlaub im modernen Fachwerkhaus gönnen. Der BUND rate stattdessen, bestehende Vermarktungsstrukturen und Hofverkauf auszubauen, denn die Wertschöpfung gehöre auf die Höfe. Beisiegel: „Die Träume des Herrn Amir-Sehhi zeugen von völliger Unkenntnis regionaler Vermarktungsstrukturen und -bedingungen und dienen dazu, ein Scheitern des Projektes dann den örtlichen Akteuren anlasten zu können.

Der BUND schlage daher vor, statt für ein unrealistisches Konzept noch mehr guten Boden zu versiegeln, auf der Fläche eine artenreiche Blumen- oder Streuobstwiese anzulegen. „Schade nur, dass diese zwar der Natur nutzen, aber dem Investor keinen Profit bringen würde“, so der BUND-Kreisvorsitzende weiter. (kat)

Ein eigenes Konzept in der Region haben sich fünf landwirtschaftliche Betriebe überlegt: Die Gründung einer eigenen Käserei in Lütgenrode soll angesichts des aktuellen Agrarmarktes Besserungen bringen.

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