Nörten beteiligt sich über Umwege an EAM

Nörten-Hardenberg. Es klingt nach einem guten Geschäft: Die Gemeinde Nörten-Hardenberg wird Gesellschafter der EAM-Sammel- und Vorschalt Nord GmbH für einen relativ geringen Einstiegspreis und hofft auf eine dicke Prämie, die in 20 Jahren fällig wird.

Der Kaufpreis des Anteils, der 7,356 Prozent des Stammkapitals der EMA-Vorschaltgesellschaft entspricht, liegt bei 1839 Euro. Insgesamt wollen 122 Kommunen dieser GmbH beitreten, war in der Sitzung des Gemeinderats zu hören. Die Vorschaltgesellschaft ihrerseits kauft, finanziert über Kredite, direkt Anteile an der neuen EAM.

Die Rendite, die für die Gemeinde dabei herausspringen kann, bezifferte Bürgermeisterin Astrid Klinkert-Kittel auf sage und schreibe 2,78 Millionen Euro anno 2034. Bis dahin läuft der Vertrag. Als Gegenleistung stellt die Gemeinde der EAM ihr Stromnetz für die Durchleitung zur Verfügung.

Weitere Gegenleitung: Nörten-Hardenberg übernimmt, genau wie andere Kommunen auch, Kredit-Ausfallbürgschaften, in diesem Fall bis zu einem Höchstsatz von 575.000 Euro.

Nach Einschätzung der Bürgermeisterin geht die Gemeinde mit dem Vertrag ein geringes Risiko ein. Ihrer Ansicht nach handelt es sich um ein lukratives Angebot, dass der Bilanz gut tun werde. Obwohl niemand in die Zukunft schauen könne, sehe dieser Pakt aktuell sehr gut aus.

Dr. Erhard Elberl (FDP) geht davon aus, dass sich der Stromverbrauch durch verschiedenste Einflüsse reduzieren könnte, während die Fixkosten gleich bleiben würden und sieht darin ein gewisses Risiko. Eine Chance könnte darin bestehen, wenn die E-Mobilität forciert würde.

Die Frage von Carl Graf von Hardenberg (CDU) nach einem Plan B vermochte niemand zu beantworten, weil es keine Alternative zum jetzigen Vertragsabschluss gebe. Das sieht auch Werner Thiele (CDU) so. „Wir sitzen an der Quelle und kassieren für den Strom, der immer fließen wird“, sagte Thiele. Er geht davon aus, dass auch „unsere Nachfolger“ von dieser Einnahmequelle profitieren werden

Für Werner Vollmer (SPD) steht fest, dass es keinen anderen Weg gebe und dieser jetzt eingeschlagene auch ein guter sei. „Wir werden dadurch ganz sicher nicht untergehen.“

Trotz „einiger Bauchschmerzen“ stimmte der Rat des Fleckens dem Abschluss des Vertrages bei einer Enthaltung und einem Nein zu. (ajo)

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