Historische Spuren eines Gotteshauses

Nörtener Stiftsplatz birgt ein Geheimnis

+
Neue Entwicklung: Die Sanierung des Stiftsplatzes ist auf Eis gelegt. Stattdessen wird es in absehbarer Zeit Grabungen geben, weil die Untersuchungen mit dem Geo-Radar massive Strukturen im Erdreich ergeben haben.  

Nörten-Hardenberg . Die Vermutungen haben sich bestätigt: Im Untergrund des Nörtener Stiftsplatzes vor der katholischen Kirche befinden sich offensichtlich historische Spuren, die auf die einstige Existenz eines weiteren Gotteshauses hinweisen.

„Ja, es handelt sich um ganz massive Strukturen, die bei den Untersuchungen mit dem Geo-Radar entdeckt wurden“, bestätigt Bürgermeisterin Astrid Klinkert-Kittel. Was es dort genau zu entdecken gibt, ist noch offen. Klar ist, dass es über kurz oder lang Grabungen auf dem Stiftsplatz geben wird, um Genaueres über die Nörtener Kirchengeschichte ans Tageslicht zu befördern. Die jetzt georteten Strukturen, bei denen es sich um alte Fundamente handeln könnte, liegen nach den neuen Erkenntnissen in etwa zwei Meter Tiefe.

Denkmalpflege eingeschaltet

Bekannt ist bislang die Existenz von zwei früheren Gotteshäusern im Bereich des Stiftsplatzes. Wie es jetzt aussieht, könnte es sogar noch ein drittes gegeben haben.

Natürlich werden die Nörtener der Sache auf den Grund gehen. Dazu gibt es sogar eine Verpflichtung von den bereits eingeschalteten Denkmalpflegern. Einer davon ist Dr. Stefan Amt, Konservator der katholischen bischöflichen Diözese Hildesheim. Er kommt am Montag, 11. März, nach Nörten, wenn der Ortsrat zusammen mit dem Sanierungsbeirat um 18.30 Uhr zu einer Sondersitzung im Rathaus zusammenkommt. Geschichtlich interessierte Einwohner sind dazu willkommen, denn die Sitzung ist öffentlich. Auch Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne wird wohl dabei sein.

Für die Nörtener geht es zum einen natürlich darum, Licht ins Dunkel dieser spannenden Geschichte zu bringen, zum anderen müssen bestehende Planungen über den Haufen geworfen werden. Denn der Stiftsplatz sollte im Zuge der Stadtsanierung in diesem Jahr umgestaltet werden.

„Diese Planung ist jetzt natürlich erst einmal vom Tisch“, sagt Klinkert-Kittel. Dennoch wird es mit der Sanierung im Flecken weiter gehen, denn es gibt einen Plan B. „Wir ziehen die ebenfalls im Sanierungskonzept vorgesehenen Maßnahmen im Alten Dorf einfach um ein Jahr vor“, erläutert die Bürgermeisterin. Dafür stehen 450.000 Euro zur Verfügung.

Info-Veranstaltung

Was da genau auf die Betroffenen aus dem historischen Nörtener Kern zukommen wird, können diese schon in wenigen Tagen erfahren, denn die Gemeinde lädt die Anlieger zu einer Informationsveranstaltung ein. Die findet am Dienstag, 26. März, ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Von Hans-J. Oschmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.