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Gemeinde Nörten-Hardenberg legt Konzept zur Wohnraumversorgung vor

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Von: Olaf Weiss

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Das Baugebiet Hofbreite am Nordrand von Nörten: Es ist nahezu vollständig bebaut.
Das Baugebiet Hofbreite am Nordrand von Nörten: Es ist nahezu vollständig bebaut. © Hubert Jelinek

Wie groß ist noch der Bedarf an Bauland? Wie viele zusätzliche Wohnungen werden im Gemeindegebiet gebraucht? Diese Fragen hat sich Nörten-Hardenberg in einem Konzept beantworten lassen.

Nörten-Hardenberg – Das am Schlosspark in Nörten geplante Neubaugebiet ist nicht in der Lage, den in der Gemeinden Nörten-Hardenberg bestehenden Bedarf an neuem Wohnraum zu decken. Das geht aus dem Wohnraumversorgungskonzept für die Gemeinde Nörten-Hardenberg hervor, das jetzt vorgelegt worden ist. Erstellt wurde das Konzept im Auftrag der Gemeinde federführend vom Büro „akp_Stadtplanung + Regionalentwicklung“ in Kassel.

Demnach liegt der Bedarf an zusätzlichen Wohnungen und an Ersatz für nicht mehr sanierungsfähige Wohnungen bis zum Jahr 2025 bei 335 Wohnungen. Am Schlosspark sind 150 Wohneinheiten geplant.

Am Schlosspark in Nörten sollen 150 Wohneinheiten in Ein-, Mehrfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern entstehen. Archi
Am Schlosspark in Nörten sollen 150 Wohneinheiten in Ein-, Mehrfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern entstehen. Archi © Hubert Jelinek

Für die folgenden Jahre gehen die Stadtplaner von einem deutlich geringeren zusätzlichen Bedarf aus. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 erwarten sie nur Bedarf von 35 zusätzlichen Wohneinheiten, bis 2035 schließlich Bedarf von nur noch weiteren 30 Wohnungen.

Neben Wohneigentum fehlen auch Mietwohnungen in der Gemeinde. Allein dieser Bedarf beträgt laut des Konzepts bis 2026 145 Wohneinheiten. Davon sollte mehr als ein Drittel (55 Wohnungen) für Personen und Familien mit niedrigem Einkommen erschwinglich sein (Sozialwohnungen).

Um den Bedarf zusätzlichen Baulands gering zu halten, sollten Ersatzgebäude für hinfällige Häuser möglichst im Bestand, also an gleicher Stelle und nicht am Ortsrand, errichtet werden.

Die Nachfrage nach kleinen, preiswerten Wohnungen für junge Menschen, die nach dem Verlassen des Elternhauses ihren ersten eigenen Haushalt führen, werde zurückgehen, so die Experten. Dagegen erwarten sie, dass der Bedarf nach kleineren, barrierefreien Wohnungen für Senioren weiter zunimmt. Neben der wachsenden Nachfrage infolge des Wachstums des Anteils älterer Menschen an der Einwohnerschaft besteht bereits ein Nachholbedarf beim Neu- und Umbau von Wohnungen von 230 barrierefreien Wohneinheiten, haben die Stadtplaner ermittelt.

Kurzfristig (bis 2025) sehen sie einen Baulandbedarf von 14,4 Hektar. Die ausgewiesenen Baugebiete decken den mit 13,4 Hektar (ha) nicht ganz:

Die Planer empfehlen, langfristig Bauland insbesondere in Nörten und in Angerstein auszuweisen. Die einzelnen Baugrundstücke sollten kleiner geplant werden als bisher, um den Gesamtflächenbedarf gering zuhalten. Vornehmlich in den beiden Orten sollte auch preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden. In Lütgenrode und Wolbrechtshausen sollen die bestehenden Planungen natürlich ebenfalls realisiert werden.

Die Planer schlagen unter anderem auch vor, den sozialen Wohnungsbau zu forcieren und dazu einen entsprechenden Grundsatzbeschluss im Gemeinderat zu fassen.

Die statistischen Grundlagen des Wohnraumversorgungskonzeptes

Für das Wohnraumversorgungskonzept hat das Planungsbüro „akp“ den Ist-Zustand der Gemeinde Nörten-Hardenberg ermittelt.

Hier die wichtigsten Daten:

Einwohner: In der Gemeinde leben 8650 Menschen (Stand Ende 2021). Sie verteilen sich wie folgt auf die Ortschaften:

- Nörten: 3532 Einwohner;

- Angerstein: 1719 Einwohner;

- Bishausen: 869 Einwohner;

- Parensen: 713 Einwohner;

- Wolbrechtshausen: 579 Einwohner;

- Sudershausen: 504 Einwohner;

- Elvese: 381 Einwohner; und

- Lütgenrode: 357 Einwohner.

Alter: Im Vergleich zum gesamten Landkreis Northeim verfügt Nörten-Hardenberg über einen höheren Anteil jüngerer Menschen. Insbesondere die Altersstufe zwischen 25 und 50 Jahren ist in der Gemeinde höher als im Landkreis.

Haushalte: Die Planer von „akp“ verweisen auf Zahlen der NBank, der niedersächsischen Förderbank. Demnach gibt es in der Gemeinde 3784 Privathaushalte. Rund drei Viertel (73 Prozent) davon sind Ein- und Zweipersonenhaushalte.

Wohnungsbestand: Mit rund 1600 sind zwei Drittel (65 Prozent) der Wohngebäude in der Gemeinde Einfamilienhäuser. Außerdem gibt es 570 Zweifamilienhäuser (23 Prozent) und 310 Mehrfamilienhäuser (12 Prozent). Etwas mehr als ein Fünftel (21 Prozent) der Bestandswohnungen ist bereits vor 1919 gebaut worden, also mehr als 100 Jahre alt. Den zweithöchsten Anteil machen Häuser aus den 1970er-Jahren aus: 17 Prozent. Insgesamt haben die Stadtplaner in der Gemeinde 4225 Wohneinheiten gezählt. Mit 1036 haben Vier-Zimmer-Wohnungen dabei den größten Anteil. Fünf-Zimmer-Wohnungen gibt es mit 921 allerdings ähnlich viele.

Vermietung: Von den Ein- und Zweifamilienhäusern ist rund ein Viertel vermietet, die übrigen werden von den Eigentümern genutzt. Bei den Mehrfamilienhäusern sind mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Wohnungen vermietet.

Empfänger von Unterstützungen: Verglichen mit dem gesamten Kreis Northeim ist in Nörten-Hardenberg der Anteil der Personen, die Unterstützungsleistungen (Bürgergeld, Grundsicherung und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie Wohngeld) erhalten, deutlich niedriger (Stand 12/2021). Die Anteile im Vergleich:

- Bürgergeld: Nörten-Hardenberg: 158 Bedarfsgemeinschaften (Anteil 4,2 Prozent – Kreis Northeim: 4065 Bedarfsgemeinschaften (6,6 Prozent);

- Grundsicherung: Nörten-Hardenberg: Haushaltsgemeinschaften 65 (Anteil 1,7 Prozent) – Kreis Northeim: 1889 Haushaltsgemeinschaften (3,1 Prozent);

- Wohngeld: Nörten-Hardenberg: 35 Empfänger (0,9 Prozent) – Kreis Northeim: 719 Empfänger (1,2 Prozent);

- Asylbewerberleistungsgesetz: Nörten-Hardenberg: 6 Haushaltsgemeinschaften (0,2 Prozent – Kreis Northeim: 254 Haushaltsgemeinschaften (0,4 Prozent) (ows)

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