Heizungsanlage produziert Strom

Rohde AG: Neue Technik halbiert die Kosten

Rundum zufrieden: Ingenieur Günther Geese (links) und Prokurist Thomas Schall stehen von der beiden Blockheizkraftwerken. Darüber befinden sich die Wärmetauscher und rechts der acht Meter hohe Wärmespeicher. 18 Monate hat es gedauert, bis alles perfekt abgestimmt war. Foto:  Oschmann

Nörten-Hardenberg. Die Rohde AG setzt auf innovative Wärme- und Stromerzeugung. Die Investition soll sich in vier Jahren amortisieren.

Die Rohde AG stand vor der Wahl: Entweder die alte, abgängige Ölheizung durch eine gleichwertige ersetzen oder einen Schritt in die Zukunft wagen und ein innovatives Heizsystem installieren, das gleichzeitig Strom produziert. Das Unternehmen entschied sich für die Variante zwei und hat diesen Schritt nicht bereut - im Gegenteil.

Die Firma Rohde an der Nörtener Industriestraße, die auf Oberflächentechnik und die Herstellung von Industriegriffen spezialisiert ist, hat einen hohen Energieverbrauch. Für 550 000 Liter Öl und 3,2 Gigawatt Strom fielen pro Jahr zusammen 900 000 Euro an. Nach der energetischen Grundsanierung hat Rohde die Kosten jetzt halbiert und gleichzeitig den CO2-Ausstoß um 35 Prozent reduziert.

„Wir waren aufgeschlossen, aber auch sehr skeptisch!“

„Wir waren zwar aufgeschlossen für Neues, aber trotzdem skeptisch“, bringt Prokurist Thomas Schall die ersten Überlegungen auf den Punkt, als sich abzeichnete, dass die Tage der alten Heizung gezählt waren. Skeptisch deshalb, weil andere Unternehmen mit innovativen Techniken Schiffbruch erlitten hatten.

Die Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Günther Geese aus Hardegsen entwickelte sich aber schnell zur Win-win-Situation. Durch den Einbau von zwei Blockheizkraftwerken (142 kW elektrische und 235 kW thermische Leistung) wird sowohl Wärme für die Heizung als auch Strom für das auf mittlerweile 13 000 Quadratmeter Betriebsfläche und 120 Mitarbeiter angewachsenen Unternehmens produziert.

Doppelte Nutzung 

Das neue energetische Konzept beinhaltet zwei Wärmetauscher und als Innovation einen acht Meter hohen und 43 Kubikmeter fassenden, speziell isolierten Mehrschichten-Wärmespeicher. Darin können gleichzeitig die Hochtemperaturprozesswärme und die Normalwärme genutzt werden. Die aus dem Hochtemperaturprozess zurückfließende Wärme wird dann zur Gebäudebeheizung verwendet.

„Das ist optimal effizient“, bringt es Günther Geese auf den Punkt. Der Ingenieur hat alle bisherigen energetischen Schwachstellen einbezogen und in dem neuen Gesamtkonzept beseitigt.

Das schlägt sich rasch auf der Kostenseite des Unternehmens, das einen Jahresumsatz von 12 bis 13 Millionen Euro hat, nieder. „Nach nur vier Jahren hat sich unsere Investition von 1,2 Millionen Euro amortisiert“, blickt Schall zufrieden auf die neue Technik.

Zwei Preise gewonnen 

Mehr als zufrieden ist auch Günther Geese, denn das von ihm ausgetüftelte „intelligente Konzept“ hat dem Hardegser Ingenieur zwei Preise beschert. Der Bundesverband Kraft-Wärmek-Kopplung verlieh ihm für die Rohde-Anlage den Titel „BHKW des Jahres 2014“, vom Landkreis Göttingen gab’s zuvor schon den Innovationspreis 2013.

Von Hans-J. Oschmann

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