Sanierung für 1,4 Mio. Euro: Nörtener Christuskirche wiedereröffnet

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Einzug in die Christuskirche: Hier sind Göttingens Superintendent Friedrich Selter (hinten, von links), Pastor Wolfgang Schillak, Bischof Ralf Meister und der katholischen Pfarrer Andres Körner sowie Leif Aertel (vorn) vom Kirchenvorstand zu sehen. 

Nörten-Hardenberg. Mit hohem Besuch und mehr als 100 Besuchern ist die evangelische Christus-Kirche in Nörten-Hardenberg am Sonntag wieder in den Dienst gestellt worden.

Drei Jahre hat ihre Sanierung gedauert, die rund 1,4 Millionen Euro gekostet hat. Zum ersten Gottesdienst am Sonntag war unter anderem der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, zu Gast.

„Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben“, zitierte der Landesbischof eine Passage aus dem Roman „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier. Denn der Glaube werde nicht nur vom Inneren des Menschen nach außen getragen. Der Glaube wachse auch von außen nach innen - mit Ritualen, die unter anderem in einem Gotteshaus verankert seien.

Schon vor mehr als zehn Jahren sei die Sanierung des denkmalgeschützten, neogotischen Bauwerks von der Landeskirche als dringlich eingestuft worden, berichtete der Pastor der Gemeinde, Dr. Wolfgang Schillak. Bis 2012 habe es gedauert, dann stand die Nörtener Kirche ganz oben auf der Liste der bedürftigen Objekte.

Zwei Bauabschnitte waren vorgesehen. Das Dach musste neu eingedeckt werden, zudem stand die Erneuerung der Fenster an. Doch dann habe sich gezeigt, dass auch das Gebälk im Turm marode war, berichtete Leif Aertel aus dem Kirchenvorstand. Ein dritter Bauabschnitt musste eingeplant werden. Das streckte die Bauzeit auf drei Jahre, in denen die Gemeinde für Gottesdienste in die Waisenhauskapelle der gräflichen Familie oder in die Martinskirche ausweichen konnte.

Rund 1,4 Millionen Euro hat das Gesamtpaket für die Christuskirche verschlungen. Diese Kosten hat die Evangelisch-lutherische Landeskirche übernommen. Parallel dazu wurde im Rahmen der Altstadtsanierung der Kirchplatz auf Vordermann gebracht.

Punktuelles rotes Licht bei der Eröffnungsfeier war ein Hinweis auf das neue Energiekonzept: Die Heizung in der Kirche muss demnächst erneuert werden. Aus dieser Not ist die Idee entstanden, ein Blockheizkraftwerk mit Nahwärmenetz für die Gemeindehaus und die Kindertagesstätte einzurichten.

Mit dem Strom des Kraftwerks möchte Pastor Schillak die Kirche mit einer Infrarotheizung erwärmen. Die Strahlungswärme verhindere Schimmelbildung. Für das potentielle Pilotprojekt verlangt die Landeskirche jedoch eine sehr genaue Planung: Laut Schillak sind weitere Gutachten nötig.

Nach den Grußworten und dem Gottesdienst gab es Zeit am Sonntag für Begegnung und die Besucher konnte sich ihre „neue“ Kirche ansehen. Weitere Pläne warten schon auf die Umsetzung: Die Lautsprecheranlage soll für Hörgeschädigte angepasst werden, für Senioren und Sehbehinderte ist die Anschaffung von Gesangsbüchern mit großer Schrift geplant. Der Kirchenvorstand will auch die Flüchtlingsarbeit im Familienzentrum unterstützen.

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