600 Photovoltaik-Module gingen im Winter kaputt

Schneelast war für Solarpark in Nörten-Hardenberg zu groß

Thomas Coß, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, vor einer Reihe mit kaputten Solarmodulen.
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Der Wintereinbruch im Februar hat zu massiven Schäden im Nörtener Solarpark Alte Zuckerfabrik geführt, berichtet Thomas Coß, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.

600 Photovoltaik-Module müssen derzeit in Nörten-Hardenberg ausgetauscht werden. Der Wintereinbruch im Februar hat im Solarpark Alte Zuckerfabrik einen Sachschaden in Höhe von 280 .000 Euro verursacht.

Nörten-Hardenberg – Hoch türmte sich Anfang des Jahres der Schnee auf den Tischen mit den schräg nach Süden hin ausgerichteten PV-Modulen. Die Sonne ließ die weiße Pracht schmelzen. Sie kam ins Rutschen, fiel aber nicht überall auf den Boden. So lasteten an einigen Stellen bis zu 80 Kilogramm Schnee pro Quadratmeter Modulfläche. Das hielt die Haltekonstruktion aus Stahl und Aluminium nicht aus. Einige der insgesamt 29500 Module wurden einen guten Meter nach unten ins Gras gedrückt. Etliche Dünnschicht-Module wurden selbst verbogen. Bei nicht wenigen splitterte das Glas. Die Überwachungskameras zeichneten das Unglück auf.

„Das habe ich noch nicht erlebt“, sagt Thorsten Coß, der Geschäftsführer der AVU Serviceplus GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Gevelsberg. Das Unternehmen hat die Fläche vom Gräflichen Landsitz Hardenberg gepachtet. „In Höhenlagen wie im Allgäu, wo solche Schneefälle normal sind, werden deutlich stabilere Tische gebaut“, weiß Coß. In Nörten-Hardenberg war das seit Inbetriebnahme des Parks im Sommer 2012 nicht notwendig. Im zweiten Nörtener AVU-Solarpark an der Pappelbreite hat es keine Schäden gegeben.

Derzeit tauscht die AIC Projects GmbH aus Chemnitz, die das Objekt betreut, mit Unterstützung der slowakischen Firma Monteko die kaputten Module aus. 28 Kilogramm wiegen die 1,10 mal 1,30 Meter großen Platten jeweils. Zu zweit tragen die Mitarbeiter sie zu den Tischen, wo sie befestigt und angeschlossen werden. Vier Wochen dauern die Reparaturen.

Mitarbeiter der slowakischen Firma Monteko, die den Solarpark in Nörten 2012 aufgebaut hat, tauschen derzeit die 600 kaputten Module aus.

„Sonst müssen wir nur die Schalen von Walnüssen von den Modulen fegen, die dort von den Krähen geknackt werden“, berichtet AIC-Mitarbeiter André Wündisch. Er kommt derzeit zwei Mal pro Woche nach Nörten-Hardenberg. Er war auch nach dem Schaden im Februar zur Stelle und dokumentierte den Vorfall – unter anderem mit einer Drohne. Steine entfernt er ebenfalls regelmäßig von den Modulen. Krähen werfen sie dort ab und schauen zu, wie sie langsam herunterrutschen.

Überhaupt sind viele Vögel im Solarpark zu beobachten. Es gibt dort reichlich Insekten. Weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel werden auf der 9,3 Hektar großen Fläche ausgebracht. Die hohen Zäune rund um den Park sorgen dafür, dass niemand die Tiere stört. Auf dem steinigen Untergrund der Industriebrache finden Eidechsen, Schlangen und Feuersalamander einen Lebensraum. Die Gevelsberger, die an beiden Standorten in Nörten-Hardenberg vier Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, können damit den Bedarf von 1600 Haushalten decken. Das Unternehmen betreibt weitere Solarparks in Bernburg an der Saale und Westerregeln (beide im Salzlandkreis), Gnötzheim (Landkreis Kitzingen) sowie Grimma bei Leipzig. (Michael Caspar)

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