Schürzenjäger heizten in Wolbrechtshausen ein

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Sänger und Show-Talent Stevy suchte mit großen Gesten den Kontakt zum Publikum. Links Alfred Eberharter sen., der 1973 Mitgründer der „Zillertaler Schürzenjäger“ war. 

Wolbrechtshausen. Kein Zweifel - die Besucher im vollen Zelt am Dorfgemeinschaftshaus Wolbrechtshausen-Hevensen gehörten definitiv zum „Stamm der Schürzenjäger".

Die meisten konnten diesen und andere Hits der gleichnamigen Zillertaler Alpenrock-Band auswendig und sangen inbrünstig mit, ob mit oder ohne Aufforderung.

Holger Froböse, Vorsitzender des gastgebenden Musikvereins Wolbrechtshausen, stimmte den legendären Schlachtruf „Hey Mann“ an, der vom Publikum aus voller Brust wiederholt wurde und die quirligen Musiker aus Österreich auf die Bühne holte.

Sänger Stevy, ein wahres Show-Talent mit großen Gesten und enormer Bühnenpräsenz, zelebrierte den engen Kontakt mit der Fan-Gemeinde. Er brachte sofort die Stimmung zum Kochen, und so blieb es bis zum Schluss, bei Band-Klassikern wie „Zillertaler Hochzeitsblues“, „Es braucht net viel“, „Logo, logo“, „Großer Manitou“, „Menschen, die träumen“, „Setz’ di nieder“, „Dahoam is dahoam“ und „Jeder hat seinen Berg“. Der österreichische Dialekt war kein Hindernis, auch nicht die klassische Volksmusik, die zwischendurch aufblitzte und zu der getanzt wurde, auf der Bühne und davor.

Laut und leise

Geschickt wechselten die Schürzenjäger laute Nummern zum Mitsingen, Mitrufen und Mitklatschen mit leisen Balladen ab, die genauso gut ankamen. Wer sich mal nicht mitreißen ließ, was gar nicht mal so einfach war, und stattdessen genau zuhörte, erkannte die musikalische Qualität und Genauigkeit der Bandmitglieder, die auch bei Ausgelassenheit und angezogenem Tempo nicht nachließ.

Oft gab es Duette zwischen Sänger Stevy, der auch Gitarre spielt, und Bandleader Alfred Eberharter. Der 65-Jährige, der 1973 zu den Gründungsmitgliedern der „Zillertaler Schürzenjäger“ gehörte, singt, spielt Bass und vor allem virtuos das Akkordeon, mit einem Dialektwort Ziacha genannt. Die weitere Besetzung: Alfred Eberharter jun. am Schlagzeug, Akustikgitarrist und Sänger Hannes Hintersteiner, Bassist Andy Marberger und der E-Gitarrist Georg Daviotis.

Etliche Fans trugen Schürzenjäger-Kleidung und kauften sich andere Devotionalien in Schwarz mit Magenta-farbigem Motiv. Ein paar Hartgesottene standen schon während des Auftritts der Vorgruppe vorne an der Absperr-Kette, um den Schürzenjägern ganz nahe zu sein.

Die Vorgruppe waren die wie immer hervorragenden Wolbrechtshäuser Musikanten, die es auf ihrem musikalischen Gebiet zwischen Märschen, Polkas und Big Band-Standards mit den Schürzenjägern aufnehmen konnten. Treffend kommentierte Dirigent Josef Geisler die Leistung seines Orchesters mit den Worten „erste Sahne“.

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