Hoffnung auf 73-prozentige Förderung der Kosten

Verein will Sanierung der Kapelle Lütgenrode in Angriff nehmen

Es geht um die Kapelle: Bauingenieur Dr. Ulrich Huster stellte Tabea Keunecke (von links) und den übrigen Teilnehmern den Zustandsbericht über die Kapelle und einen Instandsetzungsplan vor.
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Es geht um die Kapelle: Bauingenieur Dr. Ulrich Huster stellte Tabea Keunecke (von links) und den übrigen Teilnehmern den Zustandsbericht über die Kapelle und einen Instandsetzungsplan vor.

Lütgenrode – Wie arg es um die Lütgenroder Kapelle steht und wie sie fachmännisch renoviert werden kann, wurde jetzt bei einem Expertentreffen im Hotel „Sachsenross“ deutlich. Die Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt der historischen St.-Johannis-Kapelle will die 435 .000 Euro teuren Renovierungsarbeiten in Angriff nehmen.

„Wir werden das machen“, sagte Arbeitsgemeinschafts-Chefin Tabea Keunecke. Ausschlaggebend für ihren Verein ist ein möglicher Baukostenzuschuss von 73 Prozent im Zuge des Leineweber-Sechsecks. „Die Sanierung des historischen Gebäudes hätte gute Chancen auf einen Zuschuss“, sagte Patrick Güllenbeck, der bei der Niedersächsischen Landgesellschaft für die bis zum Jahre 2024 laufende Dorfentwicklung im Leineweber-Sechseck zuständig ist. Der Antrag müsse normal bis zum 15. September fürs Folgejahr gestellt werden. Wegen Corona werde die Frist um 30 Tage verlängert. Bei Antragstellung muss die Co-Finanzierung noch nicht stehen.

Wie dringend die Sanierungsarbeiten sind, machte Dr. Ulrich Huster vom Kasseler Beratungsbüro HAZ deutlich: „Die Schäden werden exponentiell zunehmen, wenn weiter Wasser eindringt“, sagte er. Stark betroffen sei die Südwand, die durch Wassereintritt schief stehe und eine Ausbauchung habe. Ungeeignete Fugensanierungen und Injektionen mit Zementsuspension haben in der Vergangenheit zu einer Verschlechterung geführt. „Zementmörtel war damals Stand der Technik. Es wurde überall falsch gemacht“, ergänzte Prof. Siegfried Siegesmund von der Abteilung Strukturgeologie und Geodynamik der Universität Göttingen, der das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Die Gesamtkosten für die Instandsetzung bezifferte Dr. Huster auf rund 435 000 Euro. Sie setzt sich zusammen aus:

-  Südfassade (93 000 Euro),

-  West-/Ost-/Nordfassade (94 000 Euro),

-  Innenbereich (54 000 Euro),

-   Baustelleneinrichtung (12 000 Euro) und

-  Zimmerarbeiten (26 000 Euro) zuzüglich

-  Nebenkosten (85 000 Euro).

Sollten nur die Südfassade und der Teil des Innenbereichs gemacht werden, der die die größten Schäden aufweist, würde das mit rund 180 000 Euro zu Buche schlagen. Die Arbeitsgemeinschaft hofft auf einen Zuschuss des Kirchenkreises Göttingen, um den Eigenanteil von rund 120 000 Euro auszugleichen.

„Die Kapelle in Lütgenrode ist nicht die einzige sanierungsbedürftige Kirche im Kirchenkreis“, sagte Peter Friele, Leiter der Liegenschaftsabteilung des Kirchenkreisamtes Göttingen-Münden. Er begrüßte das Engagement des Vereins, wies aber darauf hin, dass im Jahr nur ein bis drei der über 80 Göttinger Kirchen saniert werden könnten.

„Keine Kirche kann aber mit einem so hohen Kostenzuschuss von 73 Prozent rechnen“, betonte Tobias Kreitz, AG-Mitglied und Prädikant. Pastor Peter Lahmann wünschte sich eine Kostenbeteiligung der Gemeinde Nörten-Hardenberg. Die Kapelle werde auch bei Beerdigungen genutzt.

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