Beim Bühnenbau tut sich nichts

Vereine und Politik im Leineweber-Sechseck sind über Bühnen-Planung verärgert

Warten auf die neue Bühne: Das Bild zeigt (von links) Torsten Henne (Hevensen Pioneers), den Hevenser Ortsbürgermeister Henning Ropeter, Torsten Nüsse (Verein Nuts-4-Rock Gladebeck), Mathias Schatz (Hardenberger Musikanten) und Bernd Schneider (Interessengemeinschaft Alte Schule und Musikverein Wolbrechtshausen) vor der maroden alten Bühnenkonstruktion am DGH Wolbrechtshausen-Hevensen.
+
Warten auf die neue Bühne: Das Bild zeigt (von links) Torsten Henne (Hevensen Pioneers), den Hevenser Ortsbürgermeister Henning Ropeter, Torsten Nüsse (Verein Nuts-4-Rock Gladebeck), Mathias Schatz (Hardenberger Musikanten) und Bernd Schneider (Interessengemeinschaft Alte Schule und Musikverein Wolbrechtshausen) vor der maroden alten Bühnenkonstruktion am DGH Wolbrechtshausen-Hevensen.

Örtliche Politiker und Vorstände von Vereinen im „Leineweber-Sechseck“ rund um Wolbrechtshausen-Hevensen sind sauer.

Wolbrechtshausen – Der Bau der Bühne im Kulturpark am Dorfgemeinschaftshaus Hevensen-Wolbrechtshausen geht nicht voran, obwohl der Bewilligungsbescheid für die Landesförderung aus dem Dorfentwicklungsprogramm seit sieben Monaten vorliegt.

Zum Hintergrund: In der Dorfregion „Leineweber-Sechseck“ haben sich sechs Dörfer aus den Kommunen Nörten-Hardenberg und Hardegsen zusammengetan, um Zuschüsse aus dem Dorfentwicklungsprogramm des Landes zu bekommen und so ihre Dorfregion voranzubringen. Es sind die Orte Lütgenrode, Parensen und Wolbrechtshausen (Flecken Nörten-Hardenberg) sowie Gladebeck, Hevensen und Lutterhausen (Stadt Hardegsen). Zwei der größeren Projekte aus dem Förderprogramm, für das es auch einen Dorfentwicklungsplan gibt, sind der Bau einer neuen Bühnenüberdachung sowie die Fenstererneuerung des Dorfgemeinschaftshauses Hevensen-Wolbrechtshausen. 260 000 Euro waren dafür bereits im Mai dieses Jahres bewilligt worden.

Doch bislang sind nur für die Fenstererneuerung mit anschließendem Fassadenanstrich Aufträge vergeben, Ende Januar sollen die Arbeiten mit dreimonatiger Verzögerung mutmaßlich starten. Doch in Sachen Bühnenbau gehen die Planungen, die federführend bei der Stadt Hardegsen liegen, stockend voran, kritisiert Bernd Schneider vom Vorstand der Interessengemeinschaft „Alte Schule“, die das Dorfgemeinschaftshaus betreibt.

Die Planung für die Bühne stehe in ihren Grundzügen schon seit Monaten, doch bis heute seien nicht einmal die Ausschreibungen raus. Vereinsvorstände und Kommunalpolitiker vermissen ein ordentliches Controlling durch die Stadt Hardegsen.

In der zweiten Dezember-Woche habe es noch letzte Abstimmungsgespräche mit dem Planungs- und Architekturbüro Mocha (Nörten), dem Bauamt der Stadt Hardegsen und der Interessengemeinschaft gegeben, fährt Schneider fort. Doch jetzt sei zu befürchten, dass wegen der Weihnachtsferien bis Mitte Januar wieder nichts passiert.

Das übliche Szenario für öffentlich geförderte Projekte mit Ausschreibungen, Sitzungen des Verwaltungsausschusses, Submissionstermin und letztlich Auftragsvergaben durch die Stadt Hardegsen lassen einen Fertigstellungstermin im Frühjahr in weite Ferne rücken.

Schneider: „Dabei haben die Interessengemeinschaft und die Veranstalter großes Interesse, die neue Bühne im neuen Jahr zu nutzen.“ Alle bräuchten dringend Planungssicherheit, da größere Veranstaltungen bereits geplant und sogar schon Engagementsverträge abgeschlossen seien.

Geplant seien unter anderem auf der neuen Bühne:

.  Ende April die Hardenberger Swingnacht der Bigband Presto als Nachholtermin,

.  am 26. Juni ein Rockfestival des Gladebecker Vereins Nuts-4-Rock,

.  am 3./4. Juli das 3. Leineweberfest,

.  vom 16. bis 18 Juli: die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Hevensen Pioneers,

.  am 3./4 September: Feier 10 Jahre Hardenberger Musikanten „Starparade der Blasmusik“ mit den Bands „Die Fexer“, Moravanka aus Tschechien, Holger Müller als Gastsolist und den Hardenberger Musikanten sowie

.  am 25. September Rockkonzert des Vereins Nuts-4-Rock Gladebeck.

„Kommt es nach der Coronazwangspause wieder zu einem normalen Kulturleben, dann darf ein verzögerter Bühnenbau diese Veranstaltungsvorhaben nicht gefährden“, fährt Schneider fort und bekommt Unterstützung von den Vorsitzenden der Vereine „Nuts-4-Rock“ und „Hardenberger Musikanten“, Torsten Nüsse und Mathias Schatz.

Beide haben Angst, dass, wenn der Kulturpark übers Jahr 2021 Baustelle ist, Verträge dann nicht mehr mit Corona-Pandemie entschuldigt und storniert werden können. Nüsse: „Wer zahlt bei Bauverzug die Stornierungskosten?“ Mathias Schatz rechnet die Vertragskosten für das geplante Blasmusikfestival auf über 12 000 Euro hoch: „Das könnten wir als kleiner Verein nie stemmen, wenn die Sache ausfällt.“

Bürgermeister: Projekt wird mit Vorrang bearbeitet

Das Dorfgemeinschaftshaus Hevensen-Wolbrechtshausen sei die Keimzelle der Dorfregion „Leineweber-Sechseck“, stellt Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser auf HNA-Anfrage klar. Deswegen solle es in seiner Funktion als soziales und kulturelles Zentrum für die Leineweber-Dörfer auch ausgebaut werden.

Dies geschehe in mehreren Bauabschnitten. Den ersten bilde die Sanierung der Ostfassade mit neuen Fenstern sowie der rückwärtige Anbau einer Musikbühne. Ein weiterer Bauabschnitt werde dann der straßenseitige Anbau eines Dorfladens/Dorfcafés mit barrierefreien Toiletten sein. Während die Fenstersanierungen und Malerarbeiten (54 000 Euro) beauftragt worden seien, stünden die Ausschreibungen für den fast 190 000 Euro teuren Musikbühnenbau leider noch aus. Insgesamt seien Ende Mai für die Gesamtmaßnahme vom Amt für regionale Landesentwicklung in Göttingen eine Förderung über 63 Prozent bewilligt worden.

Michael Kaiser: Bürgermeister von Hardegsen

Dass der Bühnenbau noch nicht im Gange sei, habe vor allem den Grund, dass es seit einem Arbeitstreffen vor der Sommerpause mit der örtlichen Arbeitsgruppe, dem Planer und Vertretern der Stadt Hardegsen und des Fleckens Nörten-Hardenberg auch Ergänzungswünsche gegeben habe. Nach der Sommerpause habe es weitere Abstimmungsgespräche zu Detailfragen mit den Beteiligten gegeben, die Baugenehmigung durch den Landkreis erfolgte Mitte September. Im Anschluss musste jedoch noch die Statik erstellt werden.

Die fertige Ausführungsplanung für die Musikbühne habe schließlich erst am 7. Dezember vorgelegen. Kaiser: „Es schlossen sich dann noch erneut Klärungen zur Bauplanung, teilweise als Videokonferenzen, an.“

Jetzt könne der Fachplaner die Ausschreibungsunterlagen erstellen, fährt Kaiser fort. Dies sollte bis Ende Januar gelingen. Nach der Freigabe der Unterlagen durch das Amt für regionale Landesentwicklung soll das Vergabeverfahren dann durch die Zentrale Vergabestelle des Landkreises Northeim erfolgen. Der Vergabevorschlag sei danach vom Kreis-Rechnungsprüfungsamt zu prüfen. Der Verwaltungsausschuss müsse anschließend die Auftragsvergabe beschließen. Kaiser: „Wir müssen dann aber auch noch berücksichtigen, dass die Herstellung der Konstruktionshölzer für die Bühne einige Wochen dauern wird. Insgesamt rechnen wir, dass vielleicht Ende Juni alles fertig ist.“

Seitens der Stadt Hardegsen werde mit hoher Priorität an der Umsetzung gearbeitet, verspricht der Bürgermeister, denn man nehme die Sorgen der Vereine, Planungssicherheit zu bekommen, sehr ernst. „Wir haben für die kommenden Wochen einen engen Austausch verabredet, um einen reibungslosen Informationsfluss zu gewährleisten.“ (Axel Gödecke)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.