Demonstration gegen Gewerbegebiet Area 3-Ost

Vertreibung der Feldlerche auf Acker bei Angerstein ist gestoppt

50 Menschen demonstrierten am Samstag dort, wo das neue Interkommunale Gewerbegebiet Area 3-Ost geplant ist, gegen das Vorhaben. Der Landkreis hat die dafür eingeleitete Feldlerchen-Vertreibung gestoppt.
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50 Menschen demonstrierten am Sonntag dort, wo das neue Interkommunale Gewerbegebiet Area 3-Ost geplant ist, gegen das Vorhaben. Der Landkreis hat die dafür eingeleitete Feldlerchen-Vertreibung gestoppt.

Die Vergrämung der Feldlerche auf dem geplanten Gewerbegebiet Area 3-Ost zwischen Nörten-Hardenberg und Bovenden ist gestoppt.

Angerstein - „Ich bin richtig glücklich“, sagte Gerlinde Haller zu den 50 Bürgern, die am Sonntag gegen die Maßnahme demonstrierten.

„Für das genannte Flurstück liegen der Unteren Naturschutzbehörde seit kurzer Zeit Meldungen zu möglichen Feldlerchenansiedlungen vor“, hatte die Kreisverwaltung Michael Bokemeyer mitgeteilt, der die Demonstration angemeldet hatte.

Um die besonders geschützten Vögel nicht zu stören, durften die Demonstranten nur aufgeteilt in Gruppen von zehn Personen um das 17 Hektar große Areal herumziehen und 20 Protestschilder aufstellen.

Zur Vermeidung „erheblicher Störungen oder anderer Beeinträchtigungen“ im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes waren die Vergrämungsmittel – Bauzäune und 150 Pfähle, zwischen denen Plastikbänder flatterten – bereits am Vortag abgeräumt worden.

„Den letzten Rest der Bänder habe ich gerettet, er flattert jetzt an meinem Trecker“, spottete Biobauer und Umweltaktivist Ludwig Pape, der mit seinem Traktor aus dem Eichsfeldort Seeburg angereist war. „Die Anzeigen, die wir gegen die Vergrämung erstatteten, haben Früchte getragen“, freute sich Bokemeyer.

Der Projektträger, die Niedersächsische Landgesellschaft, kann nun frühestens Ende Juli mit dem Bau einer Erschließungsstraße sowie mit der Errichtung eines Regenrückhaltebeckens beginnen. „Wir haben Zeit gewonnen“, erklärte Haller.

Die Initiative hofft daher weiter auf einen Erfolg eines Normenkontrollverfahrens, das der niedersächsische Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu) beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg angestrebt hat.

Bürger können Großprojekte stoppen, machte der Göttinger Agrarwissenschaftler Dr. Sigmar Groeneveld den Demonstranten Mut.

In Göttingen sei das Gewerbegebiet Dragoneranger nach massivem Bürgerprotest erst einmal auf Eis gelegt worden. In Neu-Eichenberg sei die Bürgerinitiative gegen ein großes Logistikpark-Projekt bei den hessischen Kommunalwahlen im März angetreten und sei mit Abstand stärkste Kraft in der Gemeindevertretung geworden.  (zmc)

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