Fleischerei Becker feiert Pfingsten 100-jähriges Firmenjubiläum

Eine Waschmaschine extra für Mettwurst

Im Schlachthaus der Fleischerei Becker im Jahr 1971: Von links die Mitarbeiter Werner Windus, Erich Dettmar, Horst Kaiser und Heinz Breuer. 1
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Im Schlachthaus der Fleischerei Becker im Jahr 1971: Von links die Mitarbeiter Werner Windus, Erich Dettmar, Horst Kaiser und Heinz Breuer. 1

Seit vier Generationen führt die Familie Becker ihre Fleischwaren GmbH in Nörten-Hardenberg. Am Pfingstsonntag feiert das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Seit 2009 führt Metzgermeister Christian Becker das Traditionsunternehmen.

Nörten-Hardenberg - „Mein Urgroßvater, August Becker, eröffnete den Betrieb 1921 an der Bahnhofstraße“, erzählt der Handwerker. Sechs Jahre später verlegte der Gründer, der zunächst mit Fleischereibedarf und Futtermitteln handelte, den Firmensitz an die Göttinger Straße 78. Dort ist das Unternehmen bis heute ansässig.

„Groß gemacht hat den Betrieb mein Großvater, August Becker, der die Firmenleitung 1952 übernahm“, erzählt der Enkel. Mehrfach erweiterte der Fleischermeister die Firma. Zur Straße hin entstand ein größeres Ladengeschäft. Im rückwärtigen Bereich richtete Becker ein Schlachthaus ein.

Dort schlachtete er bis zu 40 Schweine und fünf Rinder in der Woche. Der Großvater war auch ein Tüftler, der eine eigene Wurstwaschmaschine zum Reinigen der gereiften Mettwürste baute und die Produktionsräume mit speziell gebogenen Haken ausstattete.

1987 übernahm mit Ernst-August Becker die dritte Generation den Betrieb. „Mein Vater gründete eine Reihe von Filialen“, erzählt der heutige Inhaber. Auch in Bovenden, Hardegsen, Sudheim und Wolbrechtshausen gab es damals Beckers Fleischwaren zu kaufen.

Mit dem zunehmenden Wettbewerb durch die Supermärkte wurden die Außenstelle jedoch später nacheinander alle wieder geschlossen – zuletzt vor etwa zehn Jahren die Filiale in Hardegsen. Als neues Standbein kam der Partyservice dazu, bis zum Beginn der Corona-Pandemie ein wichtiger Umsatzbringer.

„Für mich stand bereits als Junge fest, dass ich auch einmal Schlachter werde“, erzählt Becker. Seit 2009 leitet er den Familienbetrieb. Er konzentriert sich auf die handwerkliche Produktion. Acht bis zehn Schweine schlachtet er pro Woche. Die Tiere holt er immer am Sonntagmorgen vom Landwirt aus Lutterhausen. Keine Viertelstunde dauert der Transport. Becker lässt die Schweine über Nacht im Stall an der Göttinger Straße zur Ruhe kommen.

„Dass meine Tiere nicht gestresst sind, ist am rohen Fleisch zu erkennen“, meint der Metzger. Es lässt auf dem Teller keinen Saft. Treue Stammkunden wissen die Qualität zu schätzen. Einige ehemalige Nörten-Hardenberger, die schon lange weggezogen sind, lassen sich die Wurst sogar zuschicken, erzählt Christian Becker.

Eine Spezialität des Chefs: „Seit ich 2010 den Jagdschein gemacht habe, verarbeite ich für Jäger das Fleisch von Wildschwein und Reh“, berichtet Becker. Der Metzgermeister macht für die Jäger unter anderem Schinken und Wurst, Bratwürstchen und Krakauer.

Der Handwerker beschäftigt heute acht Mitarbeiter: vier im Verkauf, zwei in der Produktion, eine Köchin und eine Reinigungskraft. Auch einen sechsjährigen Junior gibt es. „Ob mein Sohn einmal übernehmen wird, muss er später selbst entscheiden“, stellt der Unternehmer klar. (zmc)

Der Chef: Metzgermeister Christian Becker führt die Fleischerei seit 2009 in vierter Generation.

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