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Nörten-Hardenberg: Weg frei für neues Wohnquartier am Schlosspark

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Von: Kathrin Plikat

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Auf dem Areal in der Bildmitte soll ein neues Wohnquartier entstehen. Links ist die bestehende Siedlung zu sehen, rechts der Schlosspark. Archi
Auf dem Areal in der Bildmitte wird das neue Wohnquartier entstehen. Links ist die bestehende Siedlung zu sehen, rechts der Schlosspark. © Hubert Jelinek

Der Nörten-Hardenberger Gemeinderat hat in seiner Sitzung den Weg frei gemacht für das neue Wohnquartier am Schlosspark Nörten-Hardenberg. Die Kritik einer Bürgerinitiative reißt nicht ab.

Nörten-Hardenberg – Während der Nörten-Hardenberger Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend fast einstimmig die Realisierung des geplanten Baugebiets am Schlosspark auf den Weg gebracht hat, bringt die Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Nörten“, deren Mitglieder sich vehement gegen das neue Wohnviertel in Nörten wehren, immer wieder neue Argumente gegen die Pläne aufs Tableau.

Mit den Gegenstimmen der beiden Grünen-Ratsmitglieder hat der Gemeinderat nun den Satzungsbeschluss gefasst, mit dem der Bebauungsplan nach seiner Veröffentlichung rechtskräftig wird. Auch der Erschließungsvertrag wurde beschlossen, sodass schon bald der erste Spatenstich auf dem Gelände erfolgen könnte.

Seit gut zweieinhalb Jahren laufen die Planungen für das neue Wohnareal, das auf dem ehemaligen Parkplatz für das Nörtener Burgturnier in direkter Nachbarschaft zum Schlosspark entstehen soll (HNA berichtete). Gebaut werden sollen knapp 130 Wohneinheiten in Ein- und Zwei- sowie Mehrfamilienhäusern. Hinter dem Vorhaben steckt die Bünte Immobilienprojektgesellschaft, deren Geschäftsführer Carl Graf von Hardenberg und Borzou Rafie Elizei (Göttingen) sind.

Bürgermeisterin Susanne Glombitza hatte in der Sitzung am Dienstag auf die Nachfrage von Elisabeth Bock von der Bürgerinitiative, warum die Gemeinde noch immer an dem Vorhaben festhalte, obwohl so viele Gründe dagegen stünden, betont, dass die Gemeinde mit der Ausweisung von Wohnbaugebieten versuche, die Einwohnerzahl im Gemeindegebiet zu halten, da der demografische Wandel auch vor Nörten-Hardenberg nicht haltmache.

„Wir haben mehr ältere Menschen, die hier wohnen, als junge. Dies belegen auch die Aussagen im Wohnraumversorgungskonzept“, hatte Glombitza betont. Und sie ergänzte, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Nörten-Hardenberg weiterhin sehr groß sei. Zudem würden mehr Einwohner auch mehr Einnahmen im Länderfinanzausgleich und beim _Einkommenssteueranteil garantieren.

In einer Stellungnahme der Bürgerinitiative im Anschluss an die Sitzung machte Elisabeth Bock als Sprecherin noch einmal ihre Ablehnung deutlich: „Dass sich bei hoher Inflationsrate, bevorstehender Rezession und Energiekrise viele junge Familien ein Millionenobjekt der Bünte-Immobilienprojektgesellschaft werden leisten können, grenzt an Irrglauben.“

Der Hinweis von Fachleuten, dass der Bauboom im Landkreis Northeim vorbei sei (HNA berichtete), scheine für Nörten nicht zuzutreffen, so Bock weiter.

Auch kritisierte sie in der Stellungnahme, dass ein erneutes Vogelgutachten zum Vorkommen des Rotmilans in dem Bereich „einfach unter den Teppich gekehrt“ worden sei. Zum Hintergrund: Dazu hatten bereis mehrere Gutachten von ausgewiesenen Fachleuten ergeben, dass der Rotmilan in dem Gebiet keinen Nachwuchs aufzieht, also nistet, sondern lediglich das Areal auf der Jagd nach Beute überfliege (HNA berichtete). Seitens der Bürgerinitiative werden diese Gutachten allerdings weiterhin infrage gestellt. (kat)

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