Fusion zum 1. Januar 2016

Zwei Feuerwehren werden eins: „Wir müssen nicht, wir wollen fusionieren“

Zusammenarbeit wird intensiver: Die beiden Ortsbrandmeister Sven Henne (links) und Jürgen Schmidt gehen bei der Fusion der beiden Ortsfeuerwehren voran. Foto: Schrader

Nörten-Hardenberg. Die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Nörten-Hardenberg und Angerstein votieren für eine Fusion.

Seit Jahren arbeiten die Ortsfeuerwehren Nörten-Hardenberg und Angerstein eng in einem Löschzug zusammen. Am Freitag beschlossen die Einsatzkräfte beider Wehren, eine Stufe weiter zu gehen und votierten in den jeweiligen Versammlungen einstimmig für die Fusion zum 1. Januar 2016.

„Wir müssen nicht, wir wollen fusionieren“, betonte Nörtens Ortsbrandmeister Sven Henne, der die Fusion seit neun Monaten mit seinem Angersteiner Amtskollegen Jürgen Schmidt und den beiden Kommandos vorbereitet hat.

Durch die gemeinsame Arbeit in einem Löschzug rückten beide Wehren bei Einsätzen immer mehr zusammen. „Man kennt sich und man schätzt sich“, sagte Henne. „Wenn man das Ortsschild wegnehmen würde, würde niemand etwas vermissen, denn auch beide Orte sind zusammengewachsen“, ergänzte Jürgen Schmidt.

Seit den Sommerferien haben beide Wehren einen gemeinsamen Dienstplan. Die Jugendfeuerwehren aus Nörten, Angerstein und Wolbrechtshausen arbeiten schon länger zusammen. Auch Jugendliche aus Elvese gehören dazu. Der gemeinsame Dienst finde abwechselnd in den drei Orten statt. „Diese Zusammenarbeit war für mich der Auslöser, mir auch Gedanken über die Zusammenarbeit der Erwachsenen zu machen“, sagte Henne.

Nach der Fusion sehen beide als nächsten Schritt in eineinhalb Jahren den Bezug eines gemeinsamen Feuerwehrhauses. Dieser Bau soll einen Sozialtrakt und Fahrzeughallen für die sechs Einsatzautos und Platz für die Anhänger enthalten, die dezentral untergebracht sind.

Dieser Neubau sollte zentral gelegen, beispielsweise in der Reyershäuser Straße auf einem gemeindeeigenen Grundstück entstehen. Die Hallen sollten in Modulbauweise errichtet werden, so dass später eine weitere Ortsfeuerwehr bei Bedarf hinzukommen könnte. Die möglichen Kosten liegen für vergleichbare Objekte bei rund 1,8 Millionen Euro.

Das neue Haus würde nach dem aktuellen Stand der Technik entstehen, so dass die Trennung von Einsatz- und Privatkleidung sowie Duschen für Männer und Frauen enthalten wären. Beides ist in den bestehenden Feuerwehrhäusern nicht der Fall und müsste eigentlich nachgerüstet werden. Für einen Anbau stehe in Nörten nur wenig und in Angerstein gar kein Platz zur verfügung, so dass in Angerstein ein Neubau entstehen müsste. Beides würde jeweils geschätzte 500.000 Euro kosten.

Jetzt ist nach Ansicht der beiden Ortsbrandmeister die Politik am Zuge, alles Notwendige in die Wege zu leiten. Danach wollen sich die Einsatzkräfte im Januar zu einer gemeinsamen Versammlung treffen, um ein neues Kommando mit einem Ortsbrandmeister aus dem einen und den Vize-Ortsbrandmeister aus dem anderen Ort zu wählen. (zsv)

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