Digitalpakt

5,5 Mio. für die Schulen des Landkreises Northeim

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Soll auch vom Digitalpakt profitieren: Die Thomas-Mann-Schule in Northeim. 

Der Landkreis Northeim wird Anfang des kommenden Jahres die ersten Anträge zur Umsetzung des sogenannten Digitalpakts stellen.

Damit sollen die kreiseigenen Schulen bei Investitionen in digitale Technik Förderung vom Land Niedersachsen erhalten. Das teilte Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer auf Anfrage mit.

Die entsprechende Richtlinie, die für jede Schule mit mindestens 60 Schülerinnen und Schülern einen Sockelbetrag von 30.000 Euro vorsieht, ist im August dieses Jahres in Kraft getreten. 

Darüber hinaus wurde für jeden Schulträger ein Betrag errechnet, über dessen Verwendung er selbst entscheiden kann. Laut Niemeyer stehen dem Landkreis Northeim damit insgesamt 5,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Anträge bis 2023 möglich 

„Die Schulträger können bis zum Ablauf der Förderperiode am 16. Mai 2023 so lange Anträge stellen, bis die maximale Fördersumme erreicht ist“, erklärt Niemeyer.

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die beantragenden Kommunen umfassende, von den Schulen selbst erarbeitete Konzepte für die Digitalisierung vorlegen müssen. Die sollen nicht nur Aussagen zur Ausstattungsplanung und zur Internetanbindung treffen, sondern auch Informationen zum pädagogischen Einsatz, zum Erwerb von Medienkompetenz der Schüler und zur bedarfsgerechten Fortbildungsplanung der Lehrkräfte enthalten.

Hohe Anforderungen haben bisher gebremst 

Landesweit haben diese hohen Anforderungen dafür gesorgt, dass Fördergelder bislang noch nicht in der Größenordnung abgerufen wurden, wie man das in Hannover eigentlich gedacht hat.

„Der Landkreis Northeim ist allerdings bestrebt, so früh wie möglich mit der Beantragung zu beginnen“, betont Niemeyer. Die dafür nötigen Konzepte der kreiseigenen Schulen lägen größtenteils dafür bereits vor, einige müssten aber hinsichtlich der vom Gesetzgeber geforderten Angaben noch einmal nachgebessert werden.

Medien-Entwicklungsplan wird angestrebt 

Die Stadt Northeim hat sich laut Holger Schröder, Leiter der Abteilung Schulen, Bildung und Kultur, mit den Schulen darauf verständigt, eventuell mit externer Hilfe einen Medien-Entwicklungsplan für alle Schulen in städtischer Trägerschaft zu erarbeiten. Für Northeim stehen im Rahmen des Digitalpaktes maximal 400.000 Euro zur Verfügung.

Aus Sicht von Christopher Grupe, der zum Beginn des laufenden Schuljahrs die Leitung der Grundschule Hardegsen übernommen hat, ist der Digitalpakt ein Segen für die Schulen. 

Insbesondere die Regelung, dass die in Aussicht gestellten Fördersummen nicht sofort abgerufen werden müssen, sondern die entsprechenden Beträge bis 2023 beantragt werden können, sei zu begrüßen. 

Konzepte brauchen ruhige Entwicklung 

„So haben wir die Möglichkeit, ganz in Ruhe die notwendigen Konzepte dafür zu erarbeiten“, sagt Grupe, denn aktuell liege bei seiner Schule der Fokus zunächst auf der Einführung des Ganztagsbetriebes. 

Zum Thema Digitalpakt sei zu beachten, dass im Hinblick auf die Wartung neuer technischer Einrichtungen an Grundschulen kein qualifiziertes Personal zur Verfügung steht – ganz im Gegensatz zu vielen größeren weiterführenden Schulen. Insofern müssten die Konzepte auf „das Machbare“ reduziert werden. 

Es wird nicht bei Null angefangen 

„Wir haben ja nichts davon, wenn wir teure Geräte haben und diese nicht nutzen können,“ gibt Grupe zu bedenken. „Aber wir fangen natürlich auch nicht bei null an. Whiteboards und Tablets gibt es an der Grundschule Hardegsen natürlich schon.“ Was allerdings nach wie vor fehle, sei aber vor allem der Anschluss an das schnelle Internet und ein WLAN-Netz an der Schule.

Laut Bürgermeister Michael Kaiser haben sich die Verwaltungs-Chefs der Städte und Gemeinden im Landkreis Northeim bereits darauf verständigt, für die in ihrer Trägerschaft befindlichen Grundschulen einheitliche Standards festzulegen. 

„Die Federführung dabei hat die Stadt Dassel, und die Kommunalen Dienste in Göttingen sollen dabei auch eingebunden werden“, sagt Kaiser. Für die Hardegser Grundschule würden im Rahmen des Digitalpaktes bis 2023 rund 77.000 Euro zur Verfügung stehen. 

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