Deutscher Jagdrechtstag fand in Volpriehausen statt

Gegen Schweinepest: Land gibt Geld für Schwarzwild-Abschuss

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Landesregierung  unterstützt die Jäger finanziell bei der Absenkung der Schwarzwildbestände. Grund ist die Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Um einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu unterbinden, unterstützt die Landesregierung Jäger finanziell bei der Absenkung der Schwarzwildbestände.

Darauf wies der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Rainer Beckedorf, bei einem Empfang des Deutschen Jagdrechtstages hin, der eine Woche lang im Landhotel Am Rothenberg in Volpriehausen stattfand.

Wildschweine gehören zu den Hauptüberträgern dieser hoch infektiösen Virusinfektion, die zwar für Menschen ungefährlich, jedoch ein großes Risiko für die Hausschweinhaltung ist, die im Agrarland Niedersachsen eine wichtige Rolle spielt. Noch ist in Deutschland kein Fall von ASP festgestellt worden, aber in Nachbarländern wie Belgien und Polen.

Unterstützung wird rückwirkend gezahlt 

Rückwirkend zum 1. April zahlt das Land eine Entschädigung von 50 Euro pro Tier. Voraussetzung ist, dass im Einzelrevier in einem Jagdjahr ein Mehrabschuss erfolgt. Grundlage dafür ist der Jagderfolg auf Schwarzwild im Durchschnitt der drei vorausgegangenen Jahre. Zuständig für die Antragstellung und Auszahlung ist die Landwirtschaftskammer.

Sie übernimmt künftig auch die Schadensabwicklung bei Wolfsrissen von Nutztieren, sagte der Staatssekretär. Damit sollen Schäden schneller ausgeglichen werden. Bislang war der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zuständig.

Auch Abwehranträge werden künftig von der Kammer bearbeitet

Auch die Bearbeitung der Anträge wie für wolfsabweisende Zäune wickelt künftig die Landwirtschaftskammer ab. 2018/2019 sind nach Landesangaben 403 Tiere gerissen worden.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer wies in seinem Grußwort vor den Jagdrechtsexperten darauf hin, dass der Stadtrat 2016 auf Initiative des grünen Ratsherrn Volker Ruwisch eine Resolution gegen die Wiedereinwanderung des Wolfes verabschiedet hat. 

„Wir haben dabei nicht nur unser Wild im Blick, sondern fürchten vor allem um den Bestand unserer individuellen Kulturlandschaft. In den steilen Wiesentälern des Sollings, die hier ein landschaftsprägendes Element sind, ist häufig nur eine Beweidung möglich. Verschwindet das Weidevieh, verschwinden auch die charakteristischen Wiesentäler“, sagte Bauer, der selbst jagt.

Weitere Themen in Volpriehausen waren die Entwicklungen der Jagdgesetzte in den Ländern und beim Bund, im Waffenrecht und im Wildschadensrecht. 

Seit dem Ausbruch in Belgien vor über einem Jahr, sind die Landwirte in Alarmbereitschaft. Die Afrikanische Schweinepest war damals in der Nähe der deutschen Grenze ausgebrochen. 

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