Northeim und Umgebung

Wegen Handynutzung: Notrufsäulen haben ausgedient

Teilweise bereits abgedeckt: Die Notrufsäulen an den Straßenrändern in den Landkreisen Northeim, Göttingen und Holzminden (Bild) sind seit Monatsanfang nicht mehr in Betrieb. Foto: Polizei/nh

Northeim. Dank der Handys zu wenig Nutzer: Die Notrufsäulen an den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Landkreis Northeim sowie den Nachbarkreisen Göttingen und Holzminden sind außer Betrieb. Die Telekom hat die Netzverträge gekündigt.

Die Tage der orange-weißen Notrufsäulen in Niedersachsen und damit auch der letzten 30 Exemplare im Kreis Northeim sind gezählt. Weil die Telekom als Netzbetreiber die Verträge zum 28. Februar gekündigt hat, stellte die Polizei landesweit zum 1. März die Zahlungen für die Leitungen ein. Faktisch sind dadurch alle Notrufsäulen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen außer Betrieb.

Ausgenommen sind die Bundesautobahnen, die weiterhin mit Notrufsäulen ausgestattet bleiben. Bisher dienten die SOS-Säulen an Unfallschwerpunkten oder anderen Gefahrpunkten dazu, im Notfall schnell Hilfe anfordern zu können. Weil die Zahl der Handynutzer stetig zugenommen hat, sind die Säulen am Straßenrand zu einem Auslaufmodell geworden. Die Polizeidirektion Hannover hat allen Polizeiinspektionen überlassen, wie sie mit den Notrufsäulen in ihrem Zuständigkeitsbereich umgehen.

Die letzten Notrufsäulen im Bereich der Landkreise Holzminden und Hameln-Pyrmont sind in den vergangenen Tagen mit Plastiksäcken abgedeckt worden. In den Landkreisen Northeim und Göttingen ist der optische Rückbau noch nicht vorgenommen worden. Das liegt unter anderem an der fehlenden Information zum Sachverhalt.

Initiiert worden sind die SOS-Säulen in der Region zum größten Teil von der Björn-Steiger-Stiftung (Stuttgart) und der Rettungsstiftung Jürgen Pegler (Heilbronn). Diese haben die Säulen mit Spendengeld einst aufgestellt.

Die Landkreise und Straßenmeistereien haben die Notruf-Säulen an den öffentlichen Straßen geduldet. Die Kosten fürs Netz hat offensichtlich die Polizei bezahlt und das Netz die Telekom bereitgestellt. Und weil das alles sehr verzwickt ist, sind weder der flächendeckende Rückbau noch der Erhalt einzelner Exemplare an Funklöchern geklärt.

Von Jürgen Dumnitz

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