Polizei und Landrätin sind sich einig

Menschen im Kreis Northeim halten die Corona-Regeln ein

Michael WeinerLeiter der Polizeiinspektion

Dass die Abstandsregeln und die Kontaktsperre fortbestehen, ist im Kreis Northeim aus Sicht der Polizei kein Problem.

„Ich rechne nicht mit einer Verschärfung der Lage“, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Northeim, Michael Weiner, bei einem Gespräch, das die HNA mit ihm und Landrätin Astrid Klinkert-Kittel geführt hat.

Michael WeinerLeiter der Polizeiinspektion

Dabei erinnerte Weiner an die Befürchtung, über die Ostertage könnten viele über die Stränge schlagen. Das sei nicht eingetreten. Weite Teile der Bevölkerung halten sich an die Regeln zum Schutz vor einer Corona-Infektion, betonten er und Klinkert-Kittel. Dass Natur und Landschaft im ländlichen Raum noch die Möglichkeit zu Aktivitäten wie das Spazierengehen biete, nannte die Landrätin als einen Grund dafür, dass die Vorschriften eingehalten würden.

Beide kündigten an, dass die Kontrollen im bisherigen Umfang fortgesetzt werden. Dabei lobten sie die gute Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden, mit denen die Polizei die Kontrollen gemeinsam vornehme.

Seit Mitte März hat die Polizei 22 Straftaten und 59 Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Corona registriert. „Wir wollen keine Anzeigen produzieren“, betone Weiner dazu. Die Beamten setzten auf Vertrauen und Dialog. Und die Menschen gehen nach seinen Worten sehr ruhig und respektvoll mit den Beamten um.

Im Landkreis ist im ersten Quartal des Jahres im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres die Zahl der Verkehrsunfälle – insbesondere der schweren – stark zurückgegangen. Auch, so Weiner, seien 150 Kriminalitätsfälle weniger registriert worden. Zurückgegangen sind unter anderem die Rohheitsdelikte. Einen minimalen Anstieg (+3) gab es bei häuslicher Gewalt.

Sowohl für die Polizei als auch die Kreisverwaltung ist die Pandemie das bestimmende Thema. So sind in der Kreisverwaltung vier Personen allein mit der Beschaffung von Schutzkleidung, Masken und Desinfektionsmittel beschäftigt. Gleichwohl betonten Weiner und Klinkert-Kittel, dass auch das Alltagsgeschäft weiter laufe.

Astrid Klinkert-Kittel, Landrätin

„Dringende Geschäfte können erledigt werden“, betonte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel zu Kontakten mit der Kreisverwaltung. So seien die Zulassungsstellen geöffnet – allerdings nicht für jemanden, der beispielsweise seinen Drittwagen anmelden wolle.

Es gebe auch schon Überlegungen, die Kreisverwaltung weiter zu öffnen, zunächst bleibe es aber dabei, das Kontakte nur nach Terminabsprache möglich seinen. Demnächst sollen auch die Deponien wieder für Anlieferungen aus Privathaushalten wieder geöffnet werden. Dort müssten allerdings noch einige Vorbereitungen getroffen werden, um den Schutz sowohl von Mitarbeitern als auch von Anlieferern zu gewährleisten.

Klinkert-Kittel erwartet, dass zukünftig wegen steigender Fallzahlen infolge der Coronakrise im sozialen Bereich, im Jugendhilfebereich, aber auch im Jobcenter mehr Personal benötigt werde.

Aktuell seien der Gesundheits- und der Ordnungsdienst personell verstärkt worden. Die Bereitschaft der Mitarbeiter, in ihnen sonst fremden Abteilungen zu unterstützen, sei hoch.

Auch bei der Polizei läuft die Alltagsarbeit wie Kriminalitätsbekämpfung und Verkehrssicherheitsarbeit weiter, betonte PI-Chef Michael Weiner. Der Einsatz- und Streifendienst sei sicher gestellt. Unterstützung bekommt die Polizeiinspektion derzeit durch die Bereitschaftspolizei aus Göttingen. Rund zehn Beamte von dort sind regelmäßig in der PI mit im Einsatz.

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