18 Millionen Euro sollen in die City fließen

Neuer Plan für die Umgestaltung der Northeimer Innenstadt

Luftbild: Die Northeimer Innenstadt mit dem sie umgebenden Grüngürtel der Wallanlagen.
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Die Northeimer Innenstadt mit dem sie umgebenden Grüngürtel der Wallanlagen soll umgestaltet werden. Im Zentrum sind das achtstöckige Kreishaus rechts und das City-Center zu erkennen.

Das überarbeitete Integrierte Entwicklungskonzept soll die Grundlage für die Stadtsanierung sein. Wir stellen die Kernpunkte der Planung vor.

Northeim – Für die Northeimer Innenstadtsanierung sollen in den nächsten Jahren insgesamt 18,4 Millionen Euro aufgewendet werden. Das geht aus der Finanzierungsübersicht hervor, die die Stadtverwaltung zusammen mit dem Entwurf der Fortschreibung des „Integrierten Entwicklungskonzeptes“ (IEK) für die Innenstadt in der Sitzung des Sanierungsausschusses am Donnerstagabend präsentiert hat.

Ein Drittel (6,1 Millionen Euro) sollen aus der Stadtkasse gedeckt werden, die übrigen zwei Drittel (12,3 Millionen Euro) sollen aus Städtebauförderungsmitteln von Bund und Land kommen.

Das überarbeitete IEK listet in weiten Teilen bekannte Planungen für die Innenstadt auf. Die Überarbeitung des aus dem Jahr 2017 stammenden IEK war notwendig, da das Land einige Förderprogramme zusammengefasst hat (HNA berichtete). Das Konzept musste deshalb so verändert werden, dass es zu den neuen Förderprogrammen passt. Deutlichster Unterschied ist, dass nun der bisher ausgeklammerte Bereich der Wallanlagen, die weitgehend die Innenstadt umschließen, ins Sanierungsgebiet einbezogen sind. Auch ihre Umgestaltung ist nämlich nun ebenfalls förderfähig.

Die Zeit drängt: Damit auch die Northeimer Wallanlagen als Teil des innerstädtischen Sanierungsgebietes anerkannt werden, muss die IEK-Fortschreibung bis zum Jahresende vom Stadtrat beschlossen und dem niedersächsischen Umweltministerium zugeleitet werden. Zuvor soll die endgültige IEK-Fassung in der nächsten Sitzung des Sanierungsausschusses am 26. November behandelt werden.

Platz zwischen City-Center, Kreishaus und Stadthalle: Die Betonplattenwüste soll verschwinden.

Größter Ausgabeposten ist mit 4,9 Millionen Euro die Neugestaltung von Plätzen und Grünanlagen. Dazu gehören unter anderem der Münsterplatz, der Medenheimer Platz, die Wallanlagen sowie der Kirchplatz. Ob allerdings alles, was auf Basis des IEK an Sanierungsmaßnahmen geplant ist, auch tatsächlich verwirklicht werden kann, ist offen. Einige Fragezeichen sind angebracht.

So sind beispielsweise zwei Millionen Euro für Straßenausbau vorgesehen. Umgestaltet werden sollen Teile der Stadteingangsstraßen Schaupenstiel und Bahnhofstraße, der innerstädtische Straßenring entlang der Stadtmauern und der Wallanlagen sowie die Breite Straße, die Mühlenstraße, der Markt, der kleine Markt, die Wieterstraße und die Rathausgasse.

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Der Umbau von Straßen ist aber, so war aus dem Rathaus zu hören, nur zu einem deutlich kleineren Teil förderfähig. 70 Prozent der Kosten müssten nach dem Kommunalabgabengesetz die Anlieger tragen. Dieser Anteil sei deshalb nicht förderfähig. Da die Stadt die Anliegerbeiträge abgeschafft hat, müsste sie diese knapp 1,4 Millionen Euro übernehmen – plus (gemäß der Förderquote) ein Drittel der Restsumme. Im Ergebnis müsste die Stadt wohl über 1,6 Millionen der zwei Millionen Euro für die Straßenumgestaltung selbst tragen.

Konrektorenhaus: Die Stadt will einem Verein bei der Sanierung helfen.

Stadt plant weitere Gestaltungswettbewerbe

Ausgehend von einer Stärken- und Schwächen-Analyse der Innenstadt haben die Planer des Bochumer Büros Stadtguut einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, was zur Verbesserung der Innenstadt notwendig ist. Die Verwaltung hat daraus dann einen Kosten- und Finanzierungsplan zusammengestellt, der nun in die Beratung durch die politischen Gremien geht. Es gibt Reihe von Maßnahmen.

Neben den Straßenbaumaßnahmen ist demnach Folgendes geplant:

Planung: 1,6 Millionen Euro sind für die Vorbereitungen der verschiedenen Bauprojekte vorgesehen. Dazu gehören auch weitere Planungswettbewerbe, unter anderem für den Medenheimer Platz, den Bereich Marktplatz/Hinter der Kapelle, Breite Straße/Mühlenstraße, den Bereich zwischen City-Center, Stadthalle und Kreishaus, Wallanlagen und die Sonnenpassage.

Umgestaltungen: 11,8 Millionen Euro sind insgesamt für die Umgestaltung der Plätze (4,9 Millionen Euro), Straßenausbau (2 Millionen Euro), die Sanierung der Stadtmauer, ein neues Parkleitsystem, die Verbesserung der Barrierefreiheit und ein Wegeleitsystem (zusammen 3,5 Millionen Euro) sowie die Entkernung von Innenhöfen Am Münster/Zwinger sowie der Südseite der Breiten Straße vorgesehen. Der Kauf von Grundstücken (unter anderem Kirchplatz 8) ist dabei mit 500 000 Euro veranschlagt, die Umgestaltung des Bereichs Am Klostergarten mit 300 000 Euro und die Schaffung von Wohnmobilstellplätzen und einer E-Bike-Ladestation in der Innenstadt mit 50 000 Euro.

Gebäudesanierungen: 5 Millionen Euro sind für die Sanierung von Innenstadt-Gebäuden kalkuliert, darunter 2,5 Millionen Euro für das Konrektorenhaus (Kirchplatz 8), den St.-Blasien-Komplex, die Erweiterung des Heimatmuseums, die Alte Brauerei und den Bau und die Sanierung von öffentlichen Toiletten. Olaf Weiss

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