Handel mit Fake-Ausweisen und Drogen

33-Jähriger vor Northeimer Amtsgericht geständig und erhält Bewährung

Ein deutscher Personalausweis ragt aus einer Geldbörse.
+
Ein deutscher Personalausweis ragt aus einer Geldbörse.

33-Jähriger aus Northeim wurde vom Amtsgericht Northeim zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden, verurteilt.

Northeim – Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er sich des gewerbsmäßigen Handels mit gefälschten Ausweisen sowie des Besitzes und Handels mit Betäubungsmitteln schuldig gemacht hat.

Im Oktober 2019 hatte der Angeklagte einen gefälschten österreichischen Ausweis in dem sozialen Netzwerk Facebook zum Verkauf angeboten. In dem Inserat führte er zudem an, dass er auch weitere Ausweise sowie Führerscheine und andere Dokumente beschaffen könne. Ein Beamter des Bundeskriminalamts hatte sich als potenzieller Käufer ausgegeben und den 33-Jährigen überführt.

Schwierige Kindheit

Zudem hatte der Angeklagte größere Mengen an Betäubungsmitteln besessen und damit gehandelt, teilweise auch Cannabis selbst angebaut.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung hatten die Beamten 48 Gramm Marihuana, 182 Gramm Marihuana aus sechs selbst angebauten Cannabis-Pflanzen sowie im Gefrierfach 53 Gramm Amphetamine gefunden.

Beim Gerichtsprozess zeigte sich der Angeklagte voll geständig im Sinne beider Anklagen. Als Grund für sein Handeln nannte er seine schwierige Kindheit, von der er mehrere Traumata davongetragen habe, unter anderem durch Gewalt in seinem Elternhaus.

Acht bis zehn Gramm Marihuana täglich

Durch einen falschen Freundeskreis sei er mit Drogen in Kontakt gekommen. Nachdem er bereits im Alter von 15 Jahren angefangen habe, Drogen zu konsumieren, sei seine Sucht irgendwann so schlimm geworden, dass er jede Möglichkeit in Betracht zog, diese zu finanzieren. Teilweise habe er laut eigener Aussage täglich zwischen acht und zehn Gramm Marihuana konsumiert. Im Internet sei er dann auf den Handel mit gefälschten Ausweisen aufmerksam geworden.

Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den 33-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden.

Zu den Bewährungsauflagen zählen unter anderem fünf spontane Urinproben auf eigene Kosten, 100 Sozialstunden sowie der Einsatz eines Bewährungshelfers. (Lea-Sophie Mollus)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.