Höchstspannungsleitung soll 2024 in Betrieb gehen

380-kV-Leitung im Landkreis Northeim: Alle 400 Meter ein Mast

+
Fundamentbohrung: An dieser Baustelle südlich von Einbeck bei Edemissen werden bereits Löcher für die Fundamente gebohrt. Zuvor war mit Probebohrungen der Untergrund untersucht worden.

Die ersten Masten für die 380-kV-Höchstspannungsleitung im Landkreis Northeim ragen einsam in den Himmel, verbunden sind sie aber noch nicht.

„Wir planen die 230 Kilometer lange Leitung zwischen Wahle und Mecklar zum 1. Quartal 2024 in Betrieb zu nehmen“, sagte jetzt der Projektleiter des Netzausbauers Tennet, Jens Siegmann, bei einem Ortstermin südlich von Einbeck. Mit der Leitung soll Windenergie aus dem Norden nach Süden transportiert werden.

Bei der Gründung des Fundaments für den ersten Mast im März vergangenen Jahres waren Tennet-Vertreter noch von einer früheren Inbetriebnahme ausgegangen, Optimisten sprachen sogar vom 2021. Doch erst jetzt sind beispielsweise die letzten Klagen gegen die Planfeststellung im Abschnitt zwischen Lamspringe und Hardegsen vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig abgewiesen worden.

So verläuft die 380-kV-Leitung durch den Landkreis 

Außerdem sind noch Grundstücksfragen zu klären. Für zehn Prozent der benötigten Flächen hat sich Tennet zwischen Lamspringe und Hardegsen noch nicht mit den Eigentümern geeinigt. Das Unternehmen ist jedoch optimistisch, die erforderlichen Zusagen zur Eintragung von sogenannten Dienstbarkeiten im Grundbuch zu erhalten. Siegmann: „Das sind keine Massen.“ 560 Masten werden auf der Gesamtstrecke entstehen, 127 davon im Abschnitt zwischen Lamspringe und dem Umspannwerk in Hardegsen, dass zurzeit für die Höchstspannungsleitung fit gemacht wird, sagte Pressesprecher Mathias Fischer.

Bürgerinitiativen gegen Projekt

Gegen das rund eine Milliarde Euro teure Projekt waren Bürgerinitiativen mehr als ein Jahrzehnt lang Sturm gelaufen.

Sie erreichten, dass immerhin drei Abschnitte der Leitung als Erdkabel verlegt werden. Dabei handelt es sich um ein 13 Kilometer langes Stück bei Baddeckenstedt (Landkreis Wolfenbüttel), 2,5 Kilometer beim Pumpspeicherwerk Erzhausen und um ein 5,5 Kilometer langes Teilstück bei Göttingen.

Die Masten, die jetzt nach und nach gebaut werden und auf deren Standorte im Verlauf der Trasse immer wieder kleine Hinweisschilder aufmerksam machen, sind je nach Geländebeschaffenheit zwischen 45 und 76 Meter hoch und haben eine Spannweite um die 30 Meter, um die Leitungen anhängen zu können.

Fundamente hängen von Bodenbeschaffenheit ab

Die Abstände zwischen den Masten betragen zwischen 350 und 450 Meter, sagte der Einbecker Tennet-Projektleiter vor Ort, Frank Imsande. Die Fundamente der riesigen Masten hängen von der Bodenbeschaffenheit ab, die zunächst untersucht wird.

Bei wenig tragfähigen Untergründen werden Pfähle bis auf eine Tiefe von bis zu 32 in den Boden versenkt, damit die Masten Stürmen und anderen Wetterereignissen standhalten. Es gibt aber auch Platten- und Stufenfundamente.

Entlastung für das Landschaftsbild

Etwas Entlastung für das Landschaftsbild wird es geben, weil die teils neben der Trasse laufende 220-kV-Leitung von Lehrte nach Kassel, die bereits aus dem Jahr 1929 stammt, zurückgebaut wird.

Gleichzeitig werden Teile der alten 110-kV-Leitung deinstalliert, so auf einen Kilometer Länge in Höhe von Schnedinghausen, und an die neuen Masten angehängt.

Im Vorfeld der Realisierung der neuen Höchstspannungsleitung gab es mehr als 420 Einwendungen, Stellungnahmen und Klagen von Bürgern, Bürgerinitiativen pro Erdkabel, Kommunen, Behörden und anderen Einrichtungen.

Auch interessant: Der Bau der 380-kV-Leitung beginnt im Landkreis Northeim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.