80 Fuhren Erde endlich weg

Sponsoren ermöglichen Eintracht Northeim Abfuhr von belastetem Boden

Abfuhr des Erdhaufens vom Parkplatz am Stadion Northeim.
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Abfuhr des Erdhaufens vom Parkplatz am Stadion Northeim: Das Bild zeigt von links Holger Schröder (Stadt Northeim), Achim Schönhütte (Bauunternehmer und Sponsor), Hartmut Denecke (technischer Leiter beim FC Eintracht Northeim) und Stephan Bokelmann (Geschäftsführer Bauunternehmen Hunold und Sponsor).

Northeim – Seit eineinhalb Jahren bereits war er ein Ärgernis für die Besucher und Nutzer des vom FC Eintracht Northeim betriebenen Gustav-Wegner-Stadions: Der Riesen-Erdhaufen auf dem Parkplatz vor dem Stadiontor. Etwa ein Drittel der rund 100 Stellflächen waren seitdem nicht mehr nutzbar. Doch jetzt ist der 1000-Tonnen-Erdberg endlich weg.

Dass sich die Abfuhr des Erdreichs, das noch vom Bau des Kunstrasenplatzes vor gut fünf Jahren herrührt und seitdem schon einmal auf dem Stadiongelände umgeschichtet und hinter den Stehrängen abgelagert worden war, so lange hinzieht, damit hatte niemand gerechnet. Hauptgrund dafür war, dass nach einer Begehung durch die Untere Wasserbehörde des Landkreises festgestellt worden war, dass das Erdreich mit Schermetallen wie Blei schwach- bis mittelgradig belastet war. Der Boden war über Jahrhunderte im Hartplatz-Randbereich, der zum Kunstrasenplatz umgebaut wurde, bei Hochwässern der Rhume samt der Schwermetalle angeschwemmt und abgelagert worden.

Außerdem musste der Boden auf Anordnung des Landkreises von den Stehrängen entfernt werden, weil der Überschwemmungsraum der Rhume bei Hochwässern nicht beeinträchtigt werden darf. Also schichteten ehrenamtliche Eintracht-Helfer die Bodenfracht vor eineinhalb Jahren erneut um und brachten die Erde in vielen Radladerfuhren über die Rhumekanalbrücke auf den Parkplatz gegenüber dem Stadion, wie Denecke berichtet.

Dann habe sich lange nichts getan, denn darüber, wer die teure Abfuhr der belasteten Erdhalde zahlen muss, der FC als Pächter oder die Stadt als Eigentümerin des Stadions, darüber war lange keine Einigung zu erzielen. „Das lag nicht zuletzt am Preis“, sagt Denecke. Hatten doch Angebotseinholungen der Stadt einen Betrag von rund 60 000 Euro ergeben.

Schließlich habe Eintracht die Initiative ergriffen und dank Sponsoren eine deutlich günstigere Lösung erreichen können. Und die Stadt zog mit. Möglich machten die Lösung die beiden Northeimer Bauunternehmungen Hunold und Schönhütte. Sie stellten nicht nur kostenlos zwei Lastwagen mit Personal zur Verfügung, sondern darüber hinaus Hunold auch einen Bagger und die Übernahme der Organisation der Abfuhr des Erdreichs. Das wurde schließlich in rund 80-Lkw-Fuhren auf die Bodendeponie Brandisbreite bei Katlenburg gebracht, die Erdaushub der Kategorie Z2 (die Einteilung geht von Z0 unbelastet bis Z5 stark belastet) gerade noch aufnimmt.

Letztlich kostet die Abfuhr alles in allem nur 20 000 Euro, was sowohl die Stadt als auch den FC mit Freude und Dankbarkeit gegenüber den beiden Sponsoren zur Kenntnis nehmen. Der FC zahlt die Summe als Auftraggeber, die Stadt wird sie den Fußballern als Zuschuss ersetzen. Axel Gödecke

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