Bund will nur zwei Euro pro Quadratmeter zahlen

A7-Ausbau: Landwirte fühlen sich betrogen

Autobahn 7 nördlich von Northeim: Für den sechsspurigen Ausbau auf der 29 Kilometer langen Strecke zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg muss der Bund 75 Hektar land- und forstwirtschaftliche Flächen aufkaufen. Foto:  Jelinek

Northeim. Der Flächenaufkauf für die Verbreiterung der Autobahn 7 zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg sorgt bei den betroffenen Landwirten für Unmut. 

Der Preis, der ihnen von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSTBV) in Hannover für die Acker- und Wiesenflächen geboten wird, liegt ein Drittel unter dem derzeitigen Marktpreis für landwirtschaftliche Nutzflächen.

Statt rund drei Euro pro Quadratmeter will der Bund beispielsweise kaum mehr als zwei Euro für hochwertiges Ackerland zahlen.

Teurer kann auch die Feldmarksgenossenschaften der Autobahnausbau kommen. Muss wegen der Autobahnverbreiterung ein Feldweg umgelegt werden, erhält die Genossenschaft nur einen Quadratmeterpreis, der deutlich unter dem von Ackerland liegt - in einem der Redaktion vorliegenden Beispiel 50 Cent pro Quadratmeter. Kann der Weg nicht wegfallen, sondern muss neu gebaut werden, wird die Genossenschaft dafür Ackerland kaufen müssen - und das zum gültigen Marktpreis von bis zu drei Euro.

Entlang des 29 Kilometer langen Ausbauabschnitts, benötigt der Bund nach Angaben der NLSTBV 75 Hektar für Trassen- und Ausgleichsflächen. Bisher sind 21 Hektar gekauft, für weitere 25 Hektar sind Bauerlaubnisverträge geschlossen worden. Der Ausbau soll - wohl privat finanziert - im nächsten Jahr beginnen.

Christian Plate von Stralenheim aus Imbshausen, einer der betroffenen Landwirte ist nicht bereit, unter diesen Umständen zu verkaufen. Auch eine vorläufige Besitzübertragung, bei der der Kaufpreis später geklärt wird, lehnt er ab. Das raten er und der Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Northeim-Osterode, Gerhard Rudolph, auch den übrigen Betroffenen, die noch nicht verkauft haben. Erfahrungen von Landwirten aus den weiter nördliche gelegenen Ausbauabschnitten zeigten, so von Plate, dass Verkäufer ihre Position mit Vorverträgen schwächen. 

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