Absatzrückgang bei Autohäusern

Abgasskandal: Weniger Zulassungen für Dieselautos im Landkreis Northeim

The environmental organisation Greenpeace protests against the Diesel policies before the event of the German chancellor with a giant balloon in Mainz, Germany, 7 September 2017. The German chancellor will speak at an election campaign event as part of her campaign journey for the CDU party in the capital of the state of Rhineland-Palatinate. The general elections 2017 for the 19th German Bundestag parliament takes place on 24 September 2017. Photo: Andreas Arnold/dpa | Verwendung weltweit
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Protest gegen Diesel-Fahrzeuge: Der Image-Verlust des Selbstzünders und die drohenden Fahrverbote in den Zentren einiger deutschen Großstädte drücken auch im Landkreis Northeim auf die Zulassungszahlen.

Die Zulassungen für Dieselautos im Landkreis Northeim sinken. Hier finden Sie, wie sich die Zahlen entwickelt haben und was die Verkäufer dazu sagen.

Northeim. Der Diesel hat kein gutes Image mehr. Ob Abgasskandal bei Volkswagen, drohende Fahrverbote in den Innenstädten wegen zu hoher Stickoxidwerte oder der mögliche Wertverlust bei Gebrauchtwagen: Viele Autokäufer schreckt das offensichtlich ab, wie die aktuellen Zulassungszahlen von Dieselautos im Landkreis Northeim belegen.

Wurden laut Zulassungsstelle im August 2015 noch 122 Fahrzeuge mit Dieselmotor zugelassen und im August 2016, fast ein Jahr nach dem Bekanntwerden der „Schummelsoftware“, sogar 133 Stück, waren es dagegen im August 2017 nur noch 79 und damit nur noch halb so viele wie im Juni 2017 (158 Fahrzeuge).

Die Autohäuser der Region bestätigen einen Absatzrückgang insbesondere bei Fahrzeugen, die noch nicht der aktuellen Euronorm 6 entsprechen. „Bei Jahreswagen mit dieser neuen Abgasnorm merken wir keinen großen Nachfragerückgang. Wer viele Kilometer fährt, entscheidet sich weiterhin für einen Diesel“, sagt Karl-Heinz Kieslich, Leiter des Jahreswagenverkaufs beim Northeimer Autohaus Dörge.

Bei Neuwagenbestellungen entschieden sich dagegen immer mehr Kunden für einen Benziner. Bei den älteren Gebrauchtwagen müsse man sich als Händler hinsichtlich des Preises kompromissbereiter zeigen.

Burkhard Peters, Verkaufsleiter beim Uslarer Autohaus Siebrecht betont, dass man den Nachfragerückgang bei gebrauchten Dieseln der Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 spüre. Vielfahrer wählten aber weiterhin die Dieselvariante. Anders sei das bei Kunden, die zwischen 15 000 und 20 000 Kilometer im Jahr unterwegs seien. Diese Käufergruppe tendiere mittlerweile zu einem Benziner.

Elektrofahrzeuge seien wegen relativ hoher Preise und der Reichweitenproblematik für viele Käufer noch keine Alternative. 

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