Abschiebe-Statistik 2017

Sieben Asylbewerber mussten Landkreis Northeim bereits verlassen

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Abgelehnte Asylbewerber betreten am 27.11.2015 mit ihrem Gepäck den Terminal des Kassel-Airports in Calden (Hessen).

Northeim. Das Thema Abschiebung von Flüchtlingen ist in diesen Tagen wieder Diskussionsthema. Auch im Landkreis Northeim mussten in diesem Jahr bereits mehrere Asylbewerber ihre Koffer packen.

Bislang wurden seit Jahresbeginn sieben Personen aus dem Landkreis abgeschoben. Für vier Personen ging es zurück nach Norwegen, zwei Asylbewerber wurden in die Tschechische Republik abgeschoben und einer in die Türkei.

Doch nicht alle Abschiebungen konnten immer sofort durchgeführt werden. „In einigen Fällen hielten sich Personen nicht in der Region auf, waren untergetaucht oder hatten gesundheitliche Probleme“, sagte Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Insgesamt leben derzeit 1618 Flüchtlinge im Landkreis. „Diese stammen überwiegend aus Afghanistan, dem Irak, Syrien, Eritrea sowie der Russischen Föderation“, teilt der Kreissprecher mit.

Kritik: Zu wenig Abschiebehaftplätze

Der Grund für die aktuelle Abschiebe-Diskussion: Das Bundesinnenministerium bemängelte die geringe Anzahl von Abschiebehaft-Plätzen. Bundesweit stehen laut Ministerium nur 400 Plätze zur Verfügung, 68 davon im Abschiebegefängnis in Hannover. Realistisch sei aber ein Bedarf an Abschiebehaftplätzen in vierstelliger Höhe, hatte Bundesinnenminister de Maiziére kritisiert. In den vergangenen Monaten mussten wiederholt Personen, die per Haftbefehl zur Abschiebung ausgeschrieben waren, laufen gelassen werden, weil eine Unterbringung in den vollbelegten Abschiebegefängnissen nicht mehr möglich war.

Im Landkreis Northeim sei man von diesen Problemen allerdings weder direkt betroffen, noch habe man davon etwas mitbekommen, so Niemeyer auf HNA-Anfrage. Die Problematik um die begrenzte Zahl an Abschiebeplätzen sei allein Sache des Bundes.

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