Nach 23 Jahren in den Ruhestand

Abschied einer Pionierin: Gleichstellungsbeauftragte in Northeim geht in Rente

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Geht ab Dezember in Ruhestand: Northeims Gleichstellungsbeauftragte Rosita Wismach übergibt den Posten an Nachfolgerin Uljana Klein. 

Northeim. 23 Jahre lang leistete Rosita Wismach Pionierarbeit im Frauenrecht. Jetzt wird sie von Uljana Klein abgelöst. Die Mädchenarbeit bleibt ihr ein Anliegen.

Uljana Klein wird ab Dezember zur neuen Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Northeim. Sie folgt somit nahtlos auf Rosita Wismach, die nach 23 Jahren im Amt in den Ruhestand verabschiedet wird.

Gegen 35 weitere Bewerberinnen hat sich die derzeit noch in der Stadtverwaltung Ilsenburg (Harz) beschäftigte Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und papierlose Ratsarbeit durchgesetzt. Kleins langjährige Erfahrung in Verwaltungs- und der Frauenarbeit hatten das 20-köpfige Gremium überzeugt. Denn bevor sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ihrer Heimatregion Ilsenburg übernahm, war die 42-Jährige bereits sieben Jahre hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte in der niedersächsischen Gemeinde Lehre bei Braunschweig. Künftig wird sie für ihr neues Einsatzgebiet nach Northeim ziehen.

„Wir freuen uns, mit Uljana Klein eine erfahrene und engagierte Fachkraft für diese wichtige Aufgabe gewonnen zu haben“, sagt Wismach. Klein müsse auch nicht ins kalte Wasser springen: „Ein gutes Netzwerk und viele Ansprechpartner stehen immer an ihrer Seite.“

Es gab Zeiten, da war dies anders, erinnert sich Wismach. Als die 65-Jährige vor 23 Jahren den Posten übernahm, leistete sie Pionierarbeit im Thema Gleichstellung und Frauenrecht: „Die Probleme waren elementarer, direkter.“ Geschlagene Frauen standen rat- und schutzsuchend in ihrem Büro. Anlauf- und Beratungsstellen gab es noch nicht: Für Wismach eine Initialzündung, diese zu gründen. Heute, zwanzig Jahre später, gibt es im Landkreis Northeim ein enges Netzwerk von Akteuren, die beispielsweise dem „Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen“ angehören, die Frauen in dieser Notsituation helfen.

Trotz ihres Engagements der vergangenen zwei Jahrzehnte weist Wismach aber auf den Handlungsbedarf in Sachen Gleichstellung hin, der auch in Northeim weiterhin bestehe: „Frauen verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen und sind seltener in Gremien, Aufsichtsräten oder Führungsetagen vertreten“, erklärt sie. Frauen seien außerdem diejenigen, die die Hauptlast der Familienpflichten übernehmen und somit den Spagat zwischen Familie und Beruf schaffen müssen.

„Hier Fortschritte zu erzielen sehe ich als eine meiner Aufgaben als Gleichstellungsbeauftragte“, fügt Klein hinzu. Als aktuelle Herausforderung sieht sie außerdem die Unterstützung der geflüchteten Frauen und Mädchen, die in den Landkreis kommen.

Besonders die Mädchenarbeit ist auch Wismach noch ein großes Anliegen: „Hier braucht es wieder neue Impulse, Konzepte und Perspektiven, um etwas zu bewirken.“ Da setze sie auf ihre Nachfolgerin. Weitere Informationen und Kontakt unter: Tel. 05551 708-320 oder http://zu.hna.de/anlaufstelle

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