Zum Abschied: Interview mit Pastor Dr. Claas Cordemann

Nur noch bis Montag sein „Arbeitsplatz“: Pastor Dr. Claas Cordemann vor der St.-Johannis-Kirche in Ellierode. Foto: Mönkemeyer

Ellierode. Die offizielle Verabschiedung von Pastor Dr. Claas Cordemann als Seelsorger der Kirchengemeinde Ellierode/Hettensen fand bereits im Juli statt. Seine Dienstzeit endet allerdings erst am Montag.

Vor seiner letzten Kirchvorstandssitzung sprachen wir mit ihm über seinen Abschied aus Ellierode.

Herr Dr. Cordemann, ab Dienstag sind sie nicht mehr Pastor der Gemeinde Ellierode/Hettensen. Was werden Sie künftig machen? 

Dr. Claas Cordemann: Ich werde als theologischer Referent bei unserem Landesbischof Ralf Meister in Hannover arbeiten. Ich mache also das weiter, was ich bisher auch schon mit einer halben Stelle gemacht habe.

Was werden Sie vermissen? 

Cordemann: Auf jeden Fall die gute Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand, den Mitarbeitern und allen Ehrenamtlichen in der Gemeinde. Auch die Dorfgemeinschaft wird mir fehlen. Meine Familie und ich hatten hier eine sehr gute Zeit. Wir sind dankbar dafür, dass wir ein Teil dieser Gemeinschaft sein durften. Darüber hinaus werde ich natürlich die seelsorgerische Arbeit und die regelmäßigen Gottesdienste vermissen.

Gibt es auch etwas, was Sie nicht vermissen werden? 

Cordemann: Da fällt mir eigentlich nur ein, dass ich mir manchmal noch mehr Zeit gewünscht hätte, mich intensiver mit theologischen Themen beschäftigen zu können.

Mit einer von Ihnen initiierten Predigtreihe, bei der kritische Fragen zum christlichen Glauben im Mittelpunkt standen, haben Sie das getan. Wäre es übertrieben, Sie als „Vater der Stolpersteine des Glaubens“ zu bezeichnen? 

Cordemann (lacht): Diesen Titel nehme ich gern an, weil ich diese Art der Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens für wichtig erachte. In der Predigtreihe ging es mir um die Frage, wie die traditionellen Gehalte unseres Glaubens, die für viele Menschen fraglich geworden sind, in unsere Gegenwart hinein sprechen können.

Wird die erfolgreiche Reihe fortgesetzt? 

Cordemann: Das würde mich freuen, weil sie weit über die Gemeindegrenzen hinaus wahrgenommen wurde und für viele Diskussionen, auch in Ihrer Zeitung, gesorgt hat. Letztendlich entscheiden das aber natürlich mein Nachfolger und der Kirchenvorstand.

Worüber haben Sie sich als Pastor der Gemeinde Ellierode/Hettensen am meisten gefreut? 

Cordemann: Darüber, dass die Kirche hier wirklich zum Dorf gehört. Bei Veranstaltungen, zu der die Kirchengemeinde öffentlich einlädt, sind alle örtlichen Vereine vertreten. Umgekehrt ist es selbstverständlich, dass bei größeren Feiern der Vereine Gottesdienste zum Festprogramm gehören.

Was hätten Sie als Pastor gern noch in Ihrer Dienstzeit hier geschafft?

Cordemann: Ich hätte gern noch zu zwei „Stolpersteinen des Glaubens“ gepredigt, die für mich eine große Bedeutung haben.

Welche sind das? 

Cordemann: Zum einen die Frage, wie es zu verstehen ist, dass Jesus für mich gestorben ist, und zum anderen das Thema Gott und Leid. Darüber hinaus hätte ich gern in meiner Dienstzeit noch die Sanierung der Kirchenorgel in Auftrag gegeben. Zum Glück weiß ich aber dieses Projekt im „Arbeitskreis Orgel Ellierode“ in guten Händen.

Zur Einweihung der sanierten Orgel werden Sie bestimmt eine Einladung bekommen.

Cordemann: Darüber würde ich mich freuen.

Zur Person: 

Dr. Claas Cordemann (43) war seit Februar 2009 als Pastor für die vier Hardegser Ortschaften Ellierode, Hettensen, Asche und Lichtenborn zuständig. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.

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