Rat verabschiedet Haushalt mit einem Defizit von 5,3 Millionen Euro

Haushalt der Stadt Northeim: Abschied von der schwarzen Null

Entwurf: So soll der Münsterplatz nach der Umgestaltung aussehen.
+
Für die Umgestaltung des Münsterplatzes sind im Haushalt der Stadt Northeim allein für das kommende Jahr 900 000 Euro vorgesehen

Mit breiter Mehrheit hat der Northeimer Stadtrat in einer digital geführten Sitzung den Haushalt der Stadt Northeim für das kommende Jahr beschlossen. Nur FUL und FDP stimmten gegen das Zahlenwerk, Rolf Pflugmacher (Linke) enthielt sich.

Northeim – Der Haushalt umfasst Ausgaben von 57,8 Millionen Euro und Einnahmen von 52,5 Millionen. Damit ist das Defizit im Zuge der Haushaltsberatungen von 4,2 Millionen Euro auf 5,3 Millionen Euro angewachsen. Das Minus wird aus der in den vergangenen Jahren gebildeten Überschussrücklage gedeckt. Sie beläuft sich auf 14,7 Millionen Euro.

Der städtische Haushalt sieht für 2022 Investitionen in Höhe von 18,4 Millionen Euro vor. Bis 2025 sollen über 50 Millionen investiert werden. Neben dem Neubau der Schuhwallhalle, der Erschließung des Industriegebietes West und der Umgestaltung des Münsterplatzes stehen unter anderem auch Investitionen in Kitas und für die Feuerwehren an (HNA berichtete)

Reta Fromme (CDU)

Bei der Beurteilung des Haushalts zeigten sich allerdings deutliche Unterschiede. Die Vorsitzende des Finanzausschusses, Reta Fromme (CDU), sah die Ausgabensteigerung und vor allem die Ausweitung der freiwilligen Leistungen kritisch. „Diese Entwicklung kann so nicht weitergehen“, sagte sie, sonst sei Northeim bald wider in einer ähnlichen prekären Finanzsituation wie vor dem Zukunftsvertrag, der der Stadt eine Entschuldung durch das Land gebracht hat.

Sebastina Penno (SPD)

„Das ist gerade richtig so“, verteidigte SPD-Fraktionschef Sebastian Penno den Haushalt und die darin enthaltenen Investitionen. „Wir wollen unsere Stadt nicht kaputtsparen, sondern weiter entwickeln“, sagte er.

Marcus Krohn (Grüne)

Beim Blick auf das Zahlenwerk könne einem mulmig werde, räumte Marcus Krohn (Grüne) ein. „Die Vorhaben belasten den Haushalt in den nächsten Jahren massiv“, sagte er. Aber die geplanten Investitionen seien notwendig, um Northeim, als attraktiven Wohn- und Arbeitsort weiterzuentwickeln. Der im Oktober ausgelaufene Zukunftsvertrag, der die Stadt zum Schuldenabbau und damit sparsamer Haushaltsführung verpflichtet hat, habe zu einem Investitionsstau geführt.

Auch Bürgermeister Simon Hartmann verteidigte die Abkehr von der „schwarzen Null“ und betonte die Notwendigkeit sowie den Umfang der Ausgaben der nächsten Jahre: „Wir haben ein Investitionsprogramm vor der Brust, das wir eigentlich nicht abarbeiten können.“ (Olaf Weiss)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.