Bürgermeister stoppt Start der Bauarbeiten

Ärger um Schotterweg im Northeimer Wieterwald

Northeim Wieter Waldweg Förster Jonas Fürchtenicht zeigt die gefährlichen Stellen am Wieterweg
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Stadtförster Jonas Fürchtenicht zeigt eine Baumwurzel, die aus dem Wieterrandweg ragt.

Northeim - Der Plan, einen Teil des Wieterrandwegs in Northeim zu sanieren, hat am Wochenende für Riesen-Aufregung gesorgt.

Es war nur eine kurze Ankündigung des Stadtforstamts Moringen, das auch für den Northeimer Forst zuständig ist: Am heutigen Montag sollte im Wieterwald ein 100-Meter-Teilstück des Wieterrandwegs saniert werden (HNA berichtete).

Stadtförster Jonas Fröchtenicht hatte in der Pressemitteilung erklärt, dass das Teilstück befestigt und mit Schotter versehen werden soll. Damit solle eine langjährige Bitte von Bürgern der Stadt Northeim umgesetzt werden.

Der HNA-Bericht dazu hatte am vorigen Wochenende jedoch für einen regelrechten „Aufschrei“ in der Öffentlichkeit gesorgt. In den sozialen Netzwerken wurden hitzige Diskussionen geführt, viele Teilnehmer ärgerten sich darüber, dass „wieder ein Stück Natur zerstört wird“, außerdem sei ein Waldweg nun mal ein Waldweg, aus dem auch Baumwurzeln herausragen könnten, und der eben nicht befestigt und vor allem nicht geschottert werden dürfe.

Doch nicht nur die Tatsache, dass ein „naturgewachsener“ Waldweg mit Schotter planiert werden sollte, sorgte für großen Ärger in der Bevölkerung. Auch die Arbeit mit Baggern im Wieterwald stieß auf Unverständnis.

Bereits am Wochenende schaltete sich der Northeimer Bürgermeister Simon Hartmann in die Diskussion im Internet ein, kündigte an, sich zunächst von Stadtförster Jonas Fürchtenicht noch einmal detailliert über die geplante Maßnahme informierten zu lassen. Und: Hartmann stoppte noch am Sonntag den für Montag geplanten Beginn der Baumaßnahme.

Er erinnerte auf HNA-Anfrage daran, dass der Zustand des Wieterrandweges bereits seit dem Jahr 2015 immer wieder Anlass für Kritik aus der Northeimer Bevölkerung sei. Hartmann betonte, dass Teile des Wieterrandweges im Laufe der vergangenen Jahre aus dem natürlichen Wegeverlauf „gedrückt“ worden seien.

„Wir müssen allen Seiten gerecht werden. Und Fakt ist, dass am Wieterrandweg etwas gemacht werden muss. Doch was, das wird noch zu klären sein“, so der Northeimer Bürgermeister weiter. Er werde sich die Situation vor Ort noch einmal genau anschauen.

Auch Hans Harer von der Grünen-Fraktion im Northeimer Stadtrat hatte sich am Wochenende zu den geplanten Sanierungsmaßnahmen im Wieter zu Wort gemeldet. Harer hatte die Maßnahme als „völlig überzogen“ bezeichnet, insbesondere der geplante Baggereinsatz sei nicht nachvollziehbar.

Auch sehe er am Wieterrandweg aktuell keinen Handlungsbedarf: „Der Weg ist für alle Nutzergruppen voll funktionsfähig.“ Einzig Spaziergänger mit Rollator haben laut Harer stellenweise Probleme, „was im Übrigen fast alle Waldwege betrifft“. Laut Harer soll die Sinnhaftigkeit der Maßnahme noch einmal im Verwaltungsausschuss begründet und diskutiert werden. (kat)

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