40.000 Euro Umsatz fehlen

Ärztlicher Notdienst: Verein löst sich auf

Northeim. Die Ärztliche Notdienst-Ambulanz (ÄNA) geht, die Bereitschaftsdienstpraxis kommt: Weil die Ambulanz nicht mehr kostendeckend arbeitet, wird sie aufgelöst.

Das hat der ÄNA-Vorsitzende und Vorsitzende des Northeimer Ärztevereins, Dr. Christian Steigertahl mitgeteilt.

Durch den Beschluss der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die Honorierung der sogenannten Sitzdienste um rund ein Viertel von 29 auf 22 Euro zu senken, um die Honorierung der Fahrdienste (Notdienst-Hausbesuche) anzuheben, fehlen in der ÄNA-Kasse 40 000 Euro Umsatz pro Jahr, erklärt der Vorsitzende. Dadurch sei die ÄNA nicht mehr kostendeckend zu betreiben.

An ihre Stelle tritt ab dem 1. Dezember eine private Gesellschaft, die Dienstleistungsgesellschaft der Ärzte und Psychotherapeuten Niedersachsen mbh (DÄPN). Sie ist künftig Mieterin der bisherigen ÄNA-Räume in der Northeimer Helios-Klinik und Arbeitgeberin der Arzthelferinnen.

Für die Patienten, die abends, oder am Wochenende ambulante medizinische Hilfe brauchen, soll sich nach Steigertahls Worten außer des Namens der Einrichtung nichts ändern. Den Bereitschaftsdienst machen weiterhin die Ärzte aus Northeim und Umgebung. Nur rechnen sie die Behandlung des Patienten künftig direkt mit den Krankenkassen ab.

Bisher hat der ÄNA-Verein mit den Kassen abgerechnet und den Ärzten zuletzt - nach einer Senkung - 28 Euro pro Stunde in der Woche sowie 40 Euro pro Notdienst-Stunde an den Wochenenden gezahlt. Die Systemumstellung bedeutet, dass die Ärzte nun im Notdienst nur etwas verdienen, wenn Patienten kommen

Die Bereitschaftsdienstpraxis finanziert sich künftig aus einer Pauschale, die alle Kassenärzte in ihrem Einzugsgebiet zahlen müssen. Ihre Höhe bemisst sich am Umsatz der einzelnen Praxen. „So finanzieren wir nun selber unseren Bereitschaftsdienst“, sagt Steigertahl. 

Rubriklistenbild: © dpa

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