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Aktuell ist das Oben-ohne-schwimmen noch kein Thema in den Bädern im Kreis Northeim

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Ein Bikini an einem Beckenrand.
Wenn die Hüllen in Schwimmbädern fallen: In Göttingen gilt seit Mai eine neue Badeordnung – Frauen können sich dort oben-ohne bewegen – aber nur an Wochenenden. Im Landkreis Northeim ist das noch kein Thema. © Annette Riedl/dpa

In Göttingen dürfen seit dem 1. Mai alle Menschen in den städtischen Schwimmbädern an den Wochenenden oben ohne baden. Das heißt, Frauen brauchen ihre Brust nicht mehr mit einem Oberteil zu bedecken. Diese Regelung ist zunächst bis zum 31. August befristet (HNA berichtete). Doch wie wird das Thema in den Bädern im Landkreis Northeim gehandhabt?

Landkreis Northeim – Natürlich sei die Diskussion über das Thema „Baden oben ohne“ auch bei der Northeimer Sport und Freizeit GmbH (NomSF) angekommen, und das nicht nur angesichts der geografischen Nähe zu Göttingen, berichtet Patrick John, Leiter Bäder bei der NomSF. Bislang hätte in Northeim jedoch niemand explizit den Wunsch geäußert, oben ohne baden zu können. Das Thema und natürlich die Diskussion dazu werde aber weiterhin aufmerksam seitens der NomSF verfolgt, so John weiter.

Im Northeimer Hallenbad werde seit vielen Jahren das FKK-Schwimmen angeboten. Damit hätten interessierte Gäste die Gelegenheit, sich ihrer Badebekleidung im Schwimmbad komplett zu entledigen, sagt Patrick John.

Die Benutzungsordnung des Northeimer Freizeitsees schreibt vor, dass Gäste einwandfreie, insbesondere nicht abfärbende Badekleidung zu tragen haben, berichtet die Stadtverwaltung auf HNA-Anfrage.

Das bedeutet, dass Männer eine Badehose und Frauen Badeanzug oder Bikini tragen müssen. Damit sei ein Oben-ohne-Aufenthalt am Northeimer Freizeitsee für Frauen ausgeschlossen, heißt es weiter. Zuwiderhandlungen können laut Northeimer Stadtverwaltung mit einem Verweis der Badestelle geahndet werden.

Kalefelds Bürgermeister Jens Meyer verweist ebenfalls auf die Badeverordnung, die für das Waldschwimmbad in Düderode gilt. Hier sei festgeschrieben, dass im Nassbereich eine „übliche Badebekleidung“ getragen werden müsse. Auf der Liegewiese würden sich aber durchaus gelegentlich Frauen oben ohne sonnen. Bislang sei dies aber noch nie ein Thema oder ein Anlass zur Diskussion im Schwimmbad gewesen, so Meyer.

Im Moringer Flaakebad ist beim Aufenthalt „übliche Badebekleidung“ vorgeschrieben.
Im Moringer Flaakebad ist beim Aufenthalt „übliche Badebekleidung“ vorgeschrieben. © Wolfgang Boldt/nh

Der Aufenthalt im Moringer Flaakebad und in den Schwimmbecken ist nur in üblicher Bekleidung gestattet. Die Entscheidung darüber, ob eine Bekleidung dieser Anforderung entspricht, trifft das Badpersonal, heißt es in der Badeordnung der Stadt Moringen. So teilt es Bauamtsleiter Claus Stumpe mit.

Betrachte man diese Regelung konservativ, so bedeutet dies, dass männliche Gäste eine Badehose und weibliche Gäste einen Badeanzug oder Bikini zu tragen haben.

In der Praxis werde ein Einschreiten „vom Bemerken des Oben-ohne-seins auf der Liegewiese“ abhängig gemacht. Bei Beschwerden werde umgehend eingegriffen und auf die Badeordnung verwiesen.

Im Wasser besteht für Frauen Badekleidungszwang, so Stumpe. Auch bei kleinen Kindern werde darauf geachtet, dass diese im Plansch- oder Matschbecken zumindest mit einer Hose bekleidet sind.

Die Diskussion, das Baden oben ohne generell oder an bestimmten Tagen zuzulassen, ist in Hardegsen noch nicht angekommen, beziehungsweise sind solche Wünsche noch nicht geäußert worden, so Hardegsens Bürgermeister Lars Gunnar Gärner. Zurzeit bestehe daher kein Bedarf, die Badeordnung für das Burgbad anzupassen.

Auch in Bodenfelde gibt es aktuell keine Probleme, so Bürgermeister Gerald Wucherpfennig. Auch hier sieht die Badeordnung angemessene Badebekleidung vor. Änderungswünsche würde es bislang keine geben.

Man habe zudem eine große Wiese, falls doch mal ein Oben-ohne-Sonnenbad vielleicht etwas abseits genommen würde, würde das gar nicht so auffallen, meint der Bürgermeister.  (Rosemarie Gerhardy)

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