Sommerferien: Kaum Chancen für kurzfristigen Urlaub

Northeimer reisen in diesem Jahr am liebsten an Nord- und Ostsee

24.08.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Warnemünde: Dunkle Wolken ziehen über die leeren Strandkörbe an der Ostsee hinweg. Das hochsommerliche Wetter hat sich bis auf weiteres verabschiedet.
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Urlaubsregionen an Nord- und Ostsee sind für die Sommerferien komplett ausgebucht. Das Archivbild zeigt einen Strand bei Warnemünde.

Urlaub für Kurzentschlossene in den Sommerferien an Nord- und Ostsee? Fehlanzeige. Das sagt Sybille Stumpe, Inhaberin des gleichnamigen Reisebüros in Moringen.

Schon lange seien die Unterkünfte dort für den Sommer ausgebucht – vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie sei Deutschland als Reiseziel auch in diesem Jahr der absolute Renner.

Zwar würden die Urlaubsregionen am Meer oder auch an großen Seen weiterhin angefragt, doch müsse sie allen absagen. „Ab und zu bekommen wir mal ein storniertes Ferienhaus zurück, doch das ist dann auch sofort wieder vergeben“, erzählt die Moringer Reiseexpertin.

Im Frühjahr habe es zwar viele Buchungen für Urlaub am Mittelmeer für die Sommerferien gegeben, vor allem für Mallorca, doch nachdem seit einigen Tagen die Zahl der Corona-Infektionen auf der Baleareninsel wie in vielen Teilen Spaniens wieder in die Höhe schießen und strengere Regeln gelten, stornieren viele Urlauber ihre Reise oder buchen um, unter anderem nach Griechenland oder in die Türkei, obwohl die Lage dort laut Stumpe auch wieder eher kritisch aussieht.

„Es war, ist und bleibt in Sachen Urlaub einfach vieles ungewiss“, so Sybille Stumpe. Von vielen Kunden habe sie gehört, dass diese lieber Urlaub in Deutschland machen, weil sie keine Lust auf Maskenpflicht am Strand, ständiges Testen oder sogar Quarantäne haben. „Alle wollen lieber auf Nummer sicher gehen“, sagt Sybille Stumpe.

Ähnlich sieht es im Reisebüro „Urlaubsreif“ in Uslar aus: Inhaber Olaf Lowak hat neben Nord- und Ostsee allerdings auch vermehrt Schiffsreisen verkauft, außerdem Flugreisen nach Spanien und Griechenland.

Allerdings liege die 7-Tage-Inzidenz auf Mallorca aktuell bei fast 350 und die Insel sei von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft worden. Das habe strengere Coronaregeln und Einschränkungen zur Folge. „Ich kann auch keinen Kunden guten Gewissens zum Beispiel zum Tauchen nach Hurghada in Ägypten schicken, weil der Bereich stark von Corona betroffen ist und als Hochinzidenzgebiet eingestuft wurde.“

Hintergrund: Wer aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten nach Deutschland einreist, muss das über die Plattform einreiseanmeldung.de anmelden. Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss einen Negativ-Test vorlegen oder geimpft/genesen sein. Bei der Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet muss ein Negativ-Test vorliegen, außerdem gilt die zehntägige Quarantänepflicht – diese kann mit einem weiteren Negativ-Test in manchen Fällen auf fünf Tage verkürzt werden. (kat)

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