Jüdische Kultur: Alles koscher im Northeimer Museum

An der gedeckten Tafel für das Sedermahl: (von links) Hans Harer, Cornelia Sander-Herrmann, Hans-Erich Tannhäuser, Astrid Vettel und Ekkehard Just. Das Sedermahl feier jüdische Familie am Vorabend des Pessachfestes, mit dem an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert wird. Foto:  Weiss

Northeim. Dem Verhältnis von jüdischer Kultur und dem Grundnahrungsmittel Brot ist eine Ausstellung gewidmet, die im Northeimer Museum zu sehen ist. Unter dem Titel „Alles koscher – Das Brot der Juden“ gibt es einen Einblick in die jüdische Lebensweise und die Speisegebote.

Wie schwierig es ist, diese Gebote einzuhalten, verdeutlichte Astrid Vettel. Die Museumsberaterin, die beim Landschaftsverband Südniedersachsen beschäftigt ist, hat die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Brotmuseum und dem Museum für Brotkultur in Ulm erarbeitet. Sie hatte selbst gebackene Bagel zur Ausstellungseröffnung mitgebracht. Die Heferinge sind jüdischen Ursprungs.

Die von ihre gebackenen Exemplare sind aber unter anderem deshalb nicht koscher, weil sie den Teig in einer Schüssel angerührt hat, in der sie auch schon Hackfleischbällchen mit Schweinefleisch zubereitet hat.

Zu der Ausstellung gehört ein Film, der zeigt, wie es in einer Mazzenbäckerei zugeht. Mazzen sind dünne Brotfladen. Fotografien der Fotografin Varda Polak-Sahm aus Jerusalem zeigen die verbindende Rolle des Brotes zwischen Juden, Christen und Muslimen.

Die Wanderausstellung wird darüber hinaus ergänzt von Exponaten über das jüdischen Leben in Northeim. Stadtarchivar und Museumsleiter Ekkehard Just und der ehemalige Geschichtslehrer am Corvinianum, Hans Harer, haben Tafeln erarbeitet, die einen Überblick über das jüdische Leben vom Mittelalter bis zur NS-Zeit geben. Sie zeigen, wie jüdisches Leben Teil des Northeimer Alltags war. So wurde bei der Eröffnung des Schlachthauses 1889 ein Ochse geschlachtet und eine Kuh geschächtet, also nach jüdischen Vorschriften geschlachtet.

Die Ausstellung wird bis zum 24. Juli gezeigt. Sie ist dienstags bis sonntags von 10 bis 12 Uhr und dienstags, donnerstags und freitags auch von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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