Am Northeimer Wieter wird Holz geerntet

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Viel Platz für junge Bäume: Nachdem die durch Sturm und Borkenkäfer geschädigten Fichten von dieser Fläche an den Northeimer Schwefelteichen entfernt worden sind, ragen nur noch einige wenige Lärchen und Douglasien in den Himmel. Die sollen jetzt hier für eine Natu rverjüngung sorgen.

VON NIKO MÖNKEMEYER

Northeim – Im Bereich des Wieters finden derzeit an mehreren Stellen Holzfällarbeiten statt. Aus gegebenem Anlass bittet das Stadtforstamt Moringen, das für die Forstangelegenheiten der Stadt Northeim zuständig ist, in diesem Zusammenhang alle Besucher des Waldes, bestehende Sperrungen unbedingt zu beachten und keinesfalls mutwillig zu zerstören.

Gründe für die Beseitigung des Holzes und die damit verbundene eingeschränkte Begehbarkeit der Wege sei neben der Aufarbeitung der Waldschäden durch Sturmwurf und Borkenkäferbefall die normale Holzernte, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt Northeim. Der dabei notwendige Einsatz von Großtechnik wie Harvester und Spezialschlepper entspreche den bewährten Regeln der Praxis, betont die Northeimer Stadtverwaltung, nachdem es Kritik an den Fällarbeiten aus der Bevölkerung gegeben hat.

Nach Abschluss der Arbeiten würden die Waldwege, bei denen es sich ausdrücklich um Wirtschaftswege handele, wieder begehbar sein. Dass die forstliche Nutzung Auswirkungen auf die Wege habe, sei unumgänglich, zumal die Winter immer milder seien und der „wegeschonende Frost“ immer öfter ausbleibe.

Insbesondere im Bereich der Northeimer Schwefelteiche wurden in großem Umfang Fichten gefällt, denen der Klimawandel und der Befall durch Borkenkäfer nicht nur im Northeimer Stadtwald, sondern in der gesamten Region arg zu schaffen machen (wir berichteten).

Darüber hinaus wurde auch bei etwa 100 Buchen die Axt angesetzt. Die Ernte dieser Bäume dient laut Förster Jonas Fürchtenicht zum einen der Vermarktung. Zum anderen werde durch das Fällen dieser Bäume aber auch die Voraussetzung dafür geschaffen, den Wald auch künftig noch nachhaltig forstwirtschaftlich nutzen zu können.

„Die durch das Fällen der Buchen entstehenden Löcher sind gewollt“, betont Fürchtenicht und erklärt, dass nur so die sogenannte Naturverjüngung, also die nachwachsenden Bäume, eine Chance haben, sich zu einem Wald zu entwickeln, der mit der Trockenheit als Folge des Klimawandels besser zurechtkommt.

„Der Regen der vergangenen Wochen hat etwas für den Wald gebracht, aber die Trockenheit des vergangenen Jahres, die zwar nicht so schlimm war wie 2018, wird uns auch in diesem Jahr noch reichlich zu schaffen machen“, sagt Fürchtenicht und appelliert noch einmal an die Northeimer Bevölkerung, beim Spaziergang im Wieter die Absperrungen unbedingt zu beachten. „Eine Buche braucht nur drei Sekunden zum Umfallen, wenn sie gefällt wird. Da kann man nicht ausweichen.“

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