Schätzungsweise 65.000 Funkamateure in Deutschland

"Funken bedeutet Freiheit": Northeimer Amateurfunker sendet Signale in die ganze Welt 

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Mit einer Lizenz: Edgar Rien funkt aus Northeim in die ganze Welt.

Edgar Rien ist begeisterter Amateurfunker. Die elektromagnetischen Schwingungen bedeuten für den Northeimer Freiheit - und vieles mehr. 

Amateurfunker können vieles - sogar Verschwörungstheoretiker entlarven. Am 20. Juli 1969 landete der amerikanische Astronaut als erster Mensch auf dem Mond. Verschwörungstheoretiker behaupten, dass die übertragenen Fernsehbilder auf der Erde gestellt worden. Doch die Sternenfahrer schickten Funksignale zur Erde - und hunderte Amateurfunker empfingen die elektromagnetischen Schwingungen. 

„Die Signale legten eine Strecke zurück, die exakt der Mond-Erde-Distanz entspricht. Das konnte man an der Zeitdauer erkennen, die die Funkzeichen für die Strecke brauchten“, sagt Edgar Rien.

Funken mit Lizenz

Der Northeimer ist begeisterter Amateurfunker. Regelmäßig funkt er Botschaften in die ganze Welt. Dafür hat er eine Lizenz. „Für mich gibt es kein anderes Hobby, das so viele verschiedene Themen miteinander vereint“, sagt Rien. So treffe beispielsweise Technik auf Naturwissenschaft.

Peter Gerland reizt beim Funken vor allem der astronomische Aspekt. „Mit Funkgeräten empfange ich magnetische Strahlungen von der Sonne und toten Sternen“, so der 1. Vorsitzende des Norther Darc-Ortsverbands. Beim bundesweiten Darc-Verein handelt es sich um den Deutschen Amateur Radio Club. Er hat circa 35.000 Mitglieder.

Funken bedeutet Freiheit

„Die Funkergemeinschaft ist eine große Community“, sagt Jürgen Traupe. Er gehört zum Einbecker Darc-Ortsverband. Er schätzt, dass es in Deutschland knapp 65.000 Funkamateure gibt. „Kommunikation verbindet eben. So bilden sich Freundschaften“, sagt er. Doch die Gemeinschaft geht über Deutschland hinaus – denn die Funksignale enden nicht an Landesgrenzen. „Funken hat auch immer etwas mit Freiheit zu tun“, sagt Rien.

Und mit Bildung: „Es gibt immer etwas Neues zu lernen. Zum Beispiel über die Erdatmosphäre oder über das Zusammenspiel von Sonne und Erde“, sagt Gerland. Funken bedeute lebenslanges Lernen. Denn die Technik entwickle sich immer weiter. „Die eigene Birne bekommt immer wieder etwas Neues zu tun“, bestätigt Traupe.

Dieser Lernaspekt mache für ihn die Faszination am Funken aus. Die meisten seiner Hobbykollegen seien prinzipiell sehr neugierig.

Funker retten Leben

Doch das Hobby bedeutet nicht nur Spaß. Die Kommunikationsform kann in vielen Notsituationen Leben retten – gerade wenn andere technische Geräte wie Telefonleitungen versagen, beispielsweise bei einem Stromausfall. Deswegen besitze die ISS-Raumstation auch heute noch eine Funkanlage. Denn wenn alle Stromkabel reißen – die Funksignale erreichen immer ihr Ziel: von Northeim bis ins Weltall und wieder zurück.

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