Rat soll Entscheidung über Ansiedlung bis zum Sommer treffen

Amazon will in Northeim Verteilzentrum bauen

+
Hier im geplanten Industriegebiet West zwischen alter Nord-Süd-Bahnstrecke und der Westumgehung will sich Amazon ansiedeln.

Der  Versandhändler Amazon arbeitet womöglich an Plänen für ein neues Verteilzentrum in Northeim in Niedersachsen bauen. Es laufen erste Gespräche mit der Stadtverwaltung

Northeim– Versandhändler Amazon und die Stadt Northeim führen Gesprächen über die Ansiedlung eines Verteilzentrums im neu entstehenden Industriegebiet West an der westlichen Entlastungsstraße. Das teilte Bürgermeister Simon Hartmann der HNA am Sonntag mit. 

Simon Hartmann, NortheimerBürgermeister

„Damit besteht für die Stadt Northeim seit mehreren Jahren erstmals die Chance, wieder ein bisher noch nicht am Standort vertretenes Unternehmen mit zahlreichen Arbeitsplätzen anzusiedeln und damit den Arbeits- und Wirtschaftsstandort Northeim nachhaltig zu stärken“, sagt der Bürgermeister.

Irnfried Rabe, der die Gespräche am Freitag im Kreistag öffentlich gemacht hat, ist deutlich skeptischer. Er erinnerte an die wachsende Bedrohung des Northeimer Einzelhandels durch den Online-Handel. Er hoffe, dass sich die mögliche Ansiedlung nicht eines Tages als Danaergeschenk für die Stadt entpuppe. Angelehnt an die griechische Mythologie wird so eine Gabe bezeichnet, die sich – wie das Trojanische Pferd – für den Empfänger als unheilvoll herausstellt.

Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses sind nach den Worten des Bürgermeisters in der vergangenen Sitzung über das Ansiedlungsinteresse in Kenntnis gesetzt worden. Montagabend will er zusammen mit Vertretern der beteiligten Unternehmen den Ausschuss umfassend informieren. Die politischen Vertreter sollen, so kündigte Hartmann weiter an, außerdem die Möglichkeit erhalten, ein anderes Verteilzentrum zu besuchen, um sich selbst ein Bild von den Abläufen und den Rahmenbedingungen zu verschaffen.

Irnfried Rabe, FDP-Kreistags- und-Stadtratsmitglied

Der Verkauf des Grundstücks und auch die Ansiedlung werden in den städtischen Fachausschüssen öffentlich beraten, auch der Ratsentscheid soll öffentlich erfolgen. „Uns ist wichtig, dabei Raum für einen öffentlichen Dialog zu schaffen“, betonte Hartmann. Aber die Zeit drängt. Nach seinen Worten soll der Rat noch vor der Sommerpause entscheiden, ob das Grundstück für eine Nutzung durch Amazon verkauft werden soll.

Für Erschließung und Kauf der Flächen des geplanten Industriegebietes sind in diesem Jahr im städtischen Haushalt 8,7 Millionen Euro eingeplant, von denen 60 Prozent durch Förderung des Landes Niedersachsen investiert werden. Bisher war nur bekannt, dass dort das Northeimer Unternehmen Thimm ein automatisiertes Hochregallager und Produktionshallen errichten will.

Das erste Logistikzentrum von Amazon in Deutschland entstand 1999 in Bad Hersfeld. Es ist 42 000 Quadratmeter groß (Foto). Inzwischen sind dort in der Nachbarschaft zusätzliche Hallen mit weiteren 110 000 Quadratmetern Fläche entstanden. 2300 Beschäftigte arbeiten dort für Amazon insgesamt. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.