37-Jähriger soll versucht haben, Kinder zu verschleppen

Anklage wegen Kidnappings

Statue der Justitia
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Justizia (Symbolbild)

Ein bereits einschlägig vorbestrafter Sexualstraftäter aus Northeim muss sich demnächst erneut vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Northeim  / Göttingen – Der 37-Jährige soll im Sommer 2020 zweimal versucht haben, ein Kind in seine Gewalt zu bringen, um anschließend sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen oder an sich vornehmen zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat ihn deshalb wegen versuchter Vergewaltigung in besonders schwerem Fall, versuchter Kindesentziehung und versuchter Freiheitsberaubung angeklagt. Der Prozess findet ab dem 1. November vor der Jugendkammer des Landgerichts Göttingen statt, teilte Behördensprecher Andreas Buick mit.

Laut Anklage soll der 37-Jährige Ende August 2020 nachmittags in der Hindenburgstraße in Northeim sein Auto neben einem elfjährigen Jungen angehalten haben. Der Mann sei dann ausgestiegen, habe den Kofferraum geöffnet, den Jungen am Arm gepackt und ihn aufgefordert, mitzukommen.

Als der Junge dies ablehnte, habe er ihn zum Kofferraum gezogen. Der Elfjährige habe sich energisch gewehrt. Als sich ein anderer Pkw näherte, habe er sich aus dem Griff lösen können und sei weggerannt. Den Ermittlungen zufolge soll der Angeklagte unter dem Fahrersitz seines Autos ein Klappmesser mit einer 7,5 Zentimeter langen Klinge sowie in der hinteren linken Tür ein weiteres Messer mit einer fünf Zentimeter langen Klinge gehabt haben.

Vier Tage später soll der 37-Jährige morgens um 7.50 Uhr in Höhe der Northeimer Wilhelmstraße einen achtjährigen Jungen angesprochen haben. Er habe diesen aufgefordert mitzukommen, ihn gepackt und zu dem schon geöffneten Kofferraum gezerrt. Der Junge habe dort auf dem Rücken liegend laut um Hilfe geschrien und dem Mann einen Tritt in den Bauch verpasst. Der Achtjährige habe sich anschließend aus dem Kofferraum befreien und flüchten können, dabei habe er weiter um Hilfe gerufen.

Der Junge hatte dann der Polizei wichtige Hinweise geben können. Dank seiner guten Personen- und Fahrzeugbeschreibung wurden die Beamten wenige Stunden später am Northeimer Stadtrand auf einen Mann aufmerksam, der in einem Auto saß und telefonierte. Eine Abfrage im polizeilichen Auskunftssystem ergab, dass der Halter des Fahrzeugs einschlägig vorbestraft war. Da auch die Täterbeschreibung des Jungen zum Insassen passte, nahmen die Beamten ihn in Gewahrsam.

Der 37-Jährige war erst zwei Jahre zuvor vom Landgericht Göttingen wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Tateinheit mit Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Angeklagte hatte im April 2017 einen zehnjährigen Jungen auf dem Dachboden des PS. Speichers in Einbeck, wo er für einen Sicherheitsdienst als Wachmann tätig war, in einem öffentlich nicht zugänglichen Raum eingesperrt und dort missbraucht. Die Jugendkammer hatte die Strafaussetzung zur Bewährung damals damit begründet, dass der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und Reue gezeigt habe.

Außerdem habe er sich aus eigenem Antrieb um einen Therapieplatz bemüht und nehme zudem an einem Präventionsprojekt der Asklepios-Psychiatrie in Göttingen teil.

Nach den beiden neuen Vorfällen hatte das Amtsgericht Northeim auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Bewährung widerrufen. Der Angeklagte kam daraufhin in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Strafhaft. (Heidi Niemann)

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