Der Stadtrat soll am 20. Februar entscheiden

Ausschüsse diskutieren nur: Kein Votum zur neuen Schuhwallhalle

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Soll ersetzt werden: Die 50 Jahre alte und marode Sporthall e am Schuhwall. Foto: Olaf Weiss

Northeim – Die Debatte um den mit rund 15 Millionen Euro veranschlagten Neubau der Sporthalle am Schuhwall einschließlich Außenanlagen spitzt sich zu. Das zeichnete sich in der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Sportausschusses im Dorfgemeinschaftshaus Langenholtensen ab.

Ebenso, dass Teile des Stadtrates die Realisierung der nächsten Phase lieber hinter verschlossenen Türen in den Fraktionen und in der nächsten Sitzung des stets vertraulich tagenden Verwaltungsausschusses am Montag, 17. Februar, beraten und vorentscheiden wollen. Am Donnerstag, 20. Februar, folgt dann die Ratssitzung, in der über das Projekt entschieden werden soll.

Irnfried Rabe (FDP) ist gegen den Neubau

Irnfried Rabe (FDP) bekannte bereits in der Sitzung Farbe: Seine Fraktion werde das teuerste Bauvorhaben der Stadt seit Mitte der 1970er- Jahre aus Kostengründen ablehnen. Seine Partei befürchte, die Stadt gerate damit in eine „finanzielle Malaise“, auch weil unter anderen Millioneninvestitionen für die Feuerwehr und die Innenstadtsanierung zu finanzieren seien.

„Das Volumen ist für die FDP nicht vertretbar.“ Darüber hinaus bezweifelte er, dass die Zuschüsse im erhofften Maße gewährt werden und dass die Kostensteigerungen bei den Kalkulationen ausreichend berücksichtigt wurden.

Sein Fraktionskollege Eckard Ilsemann sagte: „Der Entwurf hat berechtigt den ersten Preis gewonnen. Man kann es aber auch wesentlich einfacher und preiswerter machen.“

Rainer Giesemann (SPD) signalisierte Zustimmung

Klare Kante kam von den Sozialdemokraten: „Die SPD wird zustimmen“, sagte Rainer Giesemann. Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) gab zu bedenken, dass die Grundsanierung der alten Schuhwallhalle auch elf Millionen kosten würde. Er votierte für den Eintritt in die nächste Phase: „Ohne Planungsgrundlage können wir keine Förderanträge stellen.“

Armin Töpperwien (FUL) forderte, mit dem Landkreis Northeim wegen der Erhöhung des angekündigten Zuschusses in Höhe von drei Millionen Euro nachzuverhandeln.

Grünen-Vertreter Heinz Harer sagte: „So schön wie der Entwurf ist, die Frage ist, ob wir uns das leisten können.“

Der Vorsitzende des Northeimer HC, Knut Freter, der mit mehreren Vereinsfreunden unter den rund 40 Zuhörerin die Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus verfolgte, wollte die Debatte im Nachhinein nicht kommentieren. „Das ist eine politische Entscheidung. Da halte ich mich zurück.“ 

Soll ersetzt werden: Die 50 Jahre alte und marode Sporthalle am Schuhwall. 

CDU-Vertreter Malte Schober legte in der Sitzung der beiden Ausschüsse einen sechs Punkte umfassenden Fragenkatalog vor, mit dem er die Baukosten für die eigentliche Sport- und Gymnastikhalle von rund acht Millionen Euro in Richtung sieben Millionen drücken will. 

Malte Schober fragt nach Einsparpotenzial

Diese Fragen richtete der Ratsherr insbesondere an den Sieger des Architektenwettbewerbs, Christian Eling, der extra aus Lippstadt angereist war, um den Ausschüssen Rede und Antwort zu stehen und der die bereits im Vergleich zum Siegerentwurf um rund zehn Prozent abgespeckte Variante der Hallenplanung vorstellte (wir berichteten). 

Zu den erneuten Einsparungsforderungen konnte Eling aus dem Stegreif allerdings nur begrenzt Angaben machen. Das war Schober auch klar, deshalb erbat er die Antworten über das Protokoll. 

Dabei ging es dem Politiker, um eine weitere Reduzierung der Hallengröße, eine Reduzierung der Zuschauerplätze von 1000 auf 600 bis 800, eine Verringerung der Zahl der Umkleidekabinen und eine Verkleinerung der Gymnastikhalle mit ihren beiden Abschnitten. 

Christian Eling ist der Planer der neuen Halle.

Weitere Punkte sind der bislang nicht vorgesehene Bau einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach statt eines begrünten Dachs, die Reduzierung der Architektenkosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro und die möglicherweise entstehenden Mehrkosten für Aushub und Bodenstabilisierungen. Auch die geplanten Baukosten in Höhe von 1865 Euro pro Quadratmeter plus einer geschätzten Preissteigerung von fünf Prozent hinterfragte er

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